Beholder - Wish For Destruction

Review

Es ist wirklich recht beachtlich, welch ungewohnten Stil die italienischen Power-Metaller von BEHOLDER entwickelt haben. Stand auf dem Vorgängeralbum „The Legend Begins“ noch straighter Power-Metal ohne Ecken und Kanten im Vordergrund des Bandschaffens, so klingt das aktuelle Album „Wish For Destruction“ deutlich weltoffener. Dabei bedient man sich einer, gerade im Land der Mafiosi nicht gerade neuen stilistischen Finesse, nämlich dem Duett einer weiblichen Süßholzrasplerin mit einem „brummeligeren“ männlichem Stimmorgan. Das kostet zwar Punkte auf der Originalitätsskala, ist aber auf dem Gebiet des Power-Metal im weiter Sinn dennoch eher ein Novum. So dringen BEHOLDER erstaunlicherweise in die gotischen Sphären vor, die sonst ihren Landsleuten von LACUNA COIL vorbehalten bleiben. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Sänger Patrick Wire dabei meist keine besonders gute Figur macht, und sich der „Wish For Destruction“ so das einen oder andere Mal gegen den etwas unbeholfenen Barden richten dürfte. Weiterhin haben sich einige melancholische und schwermütig Passagen auf die Platte schmuggelt, und auch futuristische Ambientsounds und Anspielungen sind durchaus des öfteren anzutreffen. Letztlich kann die Mucke aber trotz dieser Bemühung um Eigenständigkeit nicht überzeugen. Die meisten Songs wirken zu seicht und transportieren weder die nötige Stimmung noch Atmosphäre oder gar Groove zum Hörer. Verzerrte Stimmen und pseudo-moderne Sounds mögen ja ein netter Versuch sein, mal etwas neues auszuprobieren, aber wo keine songwriterische Substanz ist, da kann das genauso wenig helfen wie das Video zum Titeltrack, das man netterweise auf dem Silberling verewigt hat. Schade, aber einen Versuch war es allemal wert!

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07.12.2002

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2 Kommentare zu Beholder - Wish For Destruction

  1. Anonymous sagt:

    Jaja, die typische "Ich mag Power Metal nicht!" Haltung … sie ußert ich auch wieder einmal mehr von DanDevil. Er meint, es sei nicht mehr neu und auch nicht originell, was Beholder uns hier anbieten. Mag sein, doch gut ist es trotzdem. Ein Konzeptalbum von der Ergreifung der Weltherrschaft, ok klingt fade. Das ist es aber beileibe nicht. Der Titeltrack "Wish for Destruction" leitet nach einem Intro die Geschichte ein und findet im vierten Lied "Leaders of the World" meiner Meinung nach seinen Höhepunkt. Der ruhige Anfang schlägt um in ein grooviges Geplänkel, in dem sich die beiden Vocalisten gekonnt abwechseln und zeigen, dass sie mehr können, als nur eunuchenmäßig zu singen. Es ist schade, dass http://www.metal.de so gegen Power Metal abgeneigt ist, wenn er aus Italien kommt (siehe Thy Majestie). Sogar gute Alben werden hier kompromisslos fertig gemacht. Weiter so … -FG-Faith

    8/10
  2. Lex sagt:

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass Du eine CD rezensiert hast, die Du nicht gehört hast. Beholder sind mit ihrem Zweitling weit, weit weg vom typisch italienischen Power-Metal. Die Idee mit dem Wechselgesang ist vielleicht nicht neu, aber in dieser Art und Weise im Metal-Sektor sicher einzigartig. Ob Patrick Wire nun eine gute Figur macht, ist wirklich Geschmackssache, aber fordern nicht alle mehr Wiedererkennungswert und Eigenständigkeit? Der Vergleich mit Lacuna Coil bestätigt mich eigentlich nur im Eingangssatz. Aber ich lasse mich eines besseren belehren, wenn Du mir einen Track nennst, der in Richtung Lacuna Coil geht. Und was das Songwriting betrifft: Hör Dir die Scheibe dreimal an und Du wirst gefesselt sein…

    9/10