Beyond Dawn - Bygones

Review

„Bygones“ haben BEYOND DAWN die Wiederveröffentlichung von Teilen ihrer beinahe längst vergessenen Relikte aus Demozeiten genannt. Im einzelnen finden sich hierauf die MCD „Longing for Scarlet Days“ (1994), „Up Through The Linear Shades“ (1993), zwei Stücke von „Heaven’s Dark Reflection“ (1991) und zwei weitere, bislang unveröffentlichte Stücke namens „Utopia“ und „Glass Desert“ (beide 1992).

Wer nur die letzten Alben der Band kennt, wird kaum abschätzen können, was „Bygones“ für ihn bereithält. Mittlerweile bei avantgardistischem Elektropop/-rock angekommen, hat die Band in der ersten Hälfte der Neunziger vergleichsweise geradlinigen Doom (teilweise eher Black Metal) gespielt, der allerdings auch damals schon seinen eigenen Weg gegangen ist. Was also zu hören ist, sind die meisten derjenigen Stücke, die 1995 in „Pity Love“ gipfelten, bevor es dann elektronischer wurde. In chronologisch absteigender Reihenfolge geht es immer tiefer in die Vergangenheit der Band, die aber nicht etwa ein Sammelsurium zu Recht verworfener Ideen und anfänglicher, unorienter Gehversuche darstellt, sondern auch selbst untermauert, was für eine kreative Größe BEYOND DAWN zu der Zeit besessen haben.

„Longing for Scarlet Days“ dürfte noch das bekannteste unter den vorgestellen Werken sein und liegt auch am nächsten bei „Pity Love“: Unkonventioneller, melodischer Doom mit Posaune, klagend vorgetragen, aber eher (was besonders die Rhythmusabteilung betrifft) in höheren Geschwindigkeitsbereichen angesiedelt. Je weiter es in der Bandgeschichte zurückgeht, desto schwarzmetallischer wird es: Klirrendes Tremolo, rasendes Schlagzeug, melancholische Leadgitarre (die Posaune bleibt anwesend), hier und da ein paar VED-BUENS-ENDE-ähnliche Passagen (zwei Jahre vor deren Gründung, wohlgemerkt), Experimente mit Harmonien und Klangfarben. Am Ende der Zeitreise ist man bei rasendem Black Metal mit Cello-Einsprengseln („The Sound of Wings“) und einer CELTIC-FROST-Hommage („The Tempest“) angelangt und hat wahrscheinlich mehr Ideen gehört, als manch andere Gruppe in ihrer ganzen Karriere zusammenbringt.

Ein paar wenige der Aufnahmen mussten wohl aufgrund verlorengegangener Master von Tonbändern rekonstruiert werden, was sich natürlich in der Klangqualität niederschlägt, aber im Ganzen in Ordnung geht. Wer sich auch nur ansatzweise für BEYOND DAWN oder überhaupt düsteren Metal der frühen Neunziger interessiert, darf und sollte hier zugreifen – „Bygones“ ist nicht einfach nur eine nostalgiebeladene Demosammlung, sondern steht bereits für sich unglaublich gut und authentisch da.

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22.10.2009

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