Bizarrekult - Vi Overlevde

Review

BIZARREKULT kommen ursprünglich aus den sibirischen Weiten Russlands, haben sich jedoch in den vergangenen Jahren nach Norwegen abgesetzt, um dort fortan dem landesüblichen Black Metal zu frönen. Herausgekommen ist dabei das nun erscheinende „Vi Overlevde“, welches laut Promo-Material die Herzen aller Post-Schwarzmetaller höher schlagen lassen wird. Ob BIZARREKULT diesem sich selbst gesetzten Anspruch gerecht werden können?

BIZARREKULT – Generisches Gekreische oder grooviges Großkaliber?

Eingeleitet wird das Erstlingswerk der vier Musiker mit einem reinen Ambient-Stück, welches zielsicher Spannung und eine düster beklemmende Atmosphäre aufbaut. Das folgende „For 1000 År Siden“ schafft es allerdings nicht, diese aufrechtzuerhalten, vielmehr wird die erzeugte Aura mit einer recht generischen Interpretation des norwegischen Black Metals zweiter Welle zerschossen. Einzig der recht stimmige Frauengesang in der zweiten Hälfte, welcher nicht zuletzt an MYRKUR erinnert, setzt einen interessanten Akzent innerhalb des Gesamtbilds. „Galskap“ lässt aufgrund seiner kurzen Laufzeit von knapp unter drei Minuten kurzweilige Unterhaltung erwarten, enttäuscht dann aber in seiner erneut wenig überraschenden und höhepunktsarmen Darbietung. Wer nun an dieser Stelle das Interesse am Debüt von BIZARREKULT verliert, dem entgehen im weiteren Verlauf des Albums ein paar wirkliche Highlights, wenn auch nicht unbedingt der postigen Art.

Stück Nummer vier, „Ut I Skogen“ genannt, fesselt sodann mit starkem Riffing, spannendem Aufbau und versiertem Songwriting. Auch das rockig einsteigende „I Trygge Hender“ mausert sich, trotz kurzzeitig befremdlicher Jazz-Anleihen, zu einem der stärkeren Titel. Bevor die Zuhörerschaft abschließend mit dem bereits etablierten Ambient von BIZARREKULT aus dem Album geleitet wird, gibt es als Dreingabe zwei der mit Abstand besten Songs auf „Vi Overlevde“. „Ensomhet“ fräst sich im schleppenden Midtempo ins Gehör, „Siste Ord“ fährt nachfolgend mit ordentlich Groove unterlegte Großkaliber auf.

BIZARREKULT halten dem kalten Norden die Treue

BIZARREKULT bewegen sich mit ihrem Debütalbum irgendwo zwischen klassisch norwegischem Black Metal, wie er unter anderem bei TAAKE vorzufinden ist, und moderneren Ablegern in Richtung GAEREA. Das Hauptaugenmerk liegt dabei zumeist auf den kalten, nordischen Klangkullissen, wodurch BIZARREKULT sich hin und wieder auf längst ausgetretenen Pfaden verlaufen. Die stärksten Momente auf „Vi Overlevde“ wiegen die genannten qualitativen Abzüge letztendlich auf, sodass eine klare Empfehlung für Anhänger druckvoll produzierter, angeschwärzter Tonkunst ausgesprochen werden kann. Ob Post-Puristen mit BIZARREKULT auf ihre Kosten kommen, bleibt allerdings fraglich.

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26.06.2021

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1 Kommentar zu Bizarrekult - Vi Overlevde

  1. Watutinki sagt:

    Ist ganz gut, plätschert aber großteils ein wenig so vor sich hin. BIZARREKULT machen nicht viel falsch, klingen aber wie eine Kopie von etwas, das andere schon deutlich intensiver fabriziert haben. Eignet sich aber ganz gut als Einstig, wenn man mit der Mucke bislang noch nicht so viel am Hut hatte.

    6/10