Black Wreath - A Pyre Of Lost Dreams

Review

Bekannte Namen, die Erwartungen wecken. Kim Larsen (OF THE WAND AND THE MOON, ehemals SATURNUS), Peter Mesnickow (BLAZING ETERNITY) und zu guter Letzt Dave Müller von WHELM. Dieses Dreiergespann bildet die Band BLACK WREATH – und liefert mit „A Pyre Of Lost Dreams“ ein starkes Debüt ab.

Zwar ist das Album eindeutig dem Funeral Doom zuzuordnen, in solch extremen Gefilden wie etwa ESOTERIC oder SKEPTICISM treiben BLACK WREATH sich aber nicht herum. Dafür ist ihre Interpretation des Genres zu melodisch, teilweise fast schon zu hoffnungsvoll.
Wie es sich im Funeral Doom gehört, finden sich auf dem Album nur wenige Mammutsongs mit Überlänge; die ersten drei – die richtigen Stücke – dauern alle etwa eine Viertelstunde, lediglich das vierte Lied, „Nidstöng“, das mehr ein überlanges Outro – böse Zungen könnten auch von einem Füller reden – als ein echter Song ist, dauert „nur“ acht Minuten. Was BLACK WREATH also können, muss an den ersten drei Songs festgemacht werden. Diese geben die erfreuliche Antwort: So einiges.

Der Opener „The Black Holes Of Your Mind“ beginnt, ungewöhnlich schnell gespielt, mit einer einfachen, melancholischen Gitarrenmelodie und im Flüsterton gesprochenen Vocals (SATURNUS lassen grüßen, wenngleich deren Flüstervocals noch ein gutes Stück emotionaler sind), die schnell von verzweifelten Growls abgelöst werden, nur um dann später doch wieder aufzutauchen. Dieser Anfang schon weiß zu fesseln, das Riff ist packend, die Vocals überraschend stark. Bliebe es über die Länge des ganzen Albums hierbei, wäre „A Pyre Of Lost Dreams“ allerdings wohl kein Funeral Doom. Drum gehen die Gitarren nach etwa fünf Minuten in die Knie und der Song begibt sich in typischere Gefilde, jedenfalls was die Geschwindigkeit anbelangt. Die vorher fast optimistische, feierliche Atmosphäre wird elegisch und fragiler – wobei eine interessante folkige Grundstimmung nicht von der Hand zu weisen ist. Wenngleich nicht ganz genretypisch, wird der Song dem Titel Funeral Doom umso gerechter, insofern, alsdass der feierliche Pathos, der ihm innewohnt, durchaus an die traurigen Grabeshymen einer Beerdigung erinnert.
„Nocturnal Dominion“ macht da weiter, wo „The Black Holes Of Your Mind“ aufgehört hat: Im Düsteren. Ganz ohne den Pathos, ganz ohne die feierliche Atmosphäre und den Funken Hoffnung im Opener nimmt der Song den Hörer mit in die Dunkelheit und Kälte des frischen Grabs. THE BLACK WREATH gehen noch einen Schritt weiter, machen den Deckel zu und lassen kein Licht herein. Der Song zeigt sich als 13-minütiger Monolith, dessen langsame, hypnotische Riffs und verzerrte Growls nur vom Glockengeläut der Friedhofskapelle begleitet werden.
„Solitude Rising (Missing All Exits)“, der letzte wirkliche Song, zeigt die Band noch mal von einer anderen Seite. Das Tempo wurde etwas angezogen, die Riffs sind weiterhin sehr traurig, haben jedoch die erdrückende Schwere gegen ergreifende Melancholie eingetauscht. Angereichert wird das Ganze abermals mit den – und das muss an dieser Stelle noch mal betont werden – wirklich passenden Growls, die weit aus der Ferne zu kommen scheinen, und einigen ergreifenden Gitarrenmelodien an den richtigen Stellen. Gen Ende driften die Gitarren ins Schräge, Disharmonische ab, eh der Hörer abermals von den emotional gesprochenen Vocals aus dem Album entlassen wird.

So ist es auch, wie man sich fühlt, wenn „Solitude Rising (Missing All Exits)“ vorbei ist: als wäre man aus dem Album entlassen worden. Wäre da nicht dieser Regen, der nun im anfangs schon erwähnten „Nidstöng“ aufgegriffen und von psychedelischem, bedrohlichen Ambient begleitet wird. Das ist für sich nicht schlecht, hat aber auf „A Pyre Of Lost Dreams“ noch meinem Dafürhalten überhaupt nichts verloren. Das Album ist nichtsdestotrotz ein gutes Debüt, das es schafft, die Aufmerksamkeit des Hörers auch über lange Strecken hinweg zu halten. Herausragend ist das, was BLACK WREATH da geschaffen haben, noch nicht – ein wirklich guter Start allerdings allemal.

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03.02.2010

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