Blaze - Blood & Belief

Review

Die letzten zwei Jahre waren für Blaze Bailey nicht gerade einfach. Ernste Alkoholprobleme und daraus resultierende Depressionen brachten ihn gefährlich nahe an den Rande des Abgrunds. Deswegen verwundert es nicht, dass sein neues Werk einen bedeutungsschwangeren Titel wie „Blood & Belief“ trägt und im Vergleich zu den beiden Vorgängern ungleich düsterer und schwerer, aber auch persöhnlicher und autobiografischer ausgefallen ist. Songtitel wie „Alive“, „Tearing Myself Into Pieces“, „Hollow Head“, „Will To Win“ oder „Soundtrack Of My Life“ sprechen dabei Bände. Dass eine solche Selbstreinigung und -findung kein leichtes Unterfangen ist, dürfte klar sein, und so präsentiert sich die musikalische Seite des BLAZE-Drittwerks wesentlich unzugänglicher als noch „Silicon Messiah“ oder „Tenth Dimension“. Teilweise vertrackte Songstrukturen, eine durchweg beklemmende und dunkle Atmosphäre und seine durch die Verarbeitung der oben genannten Probleme vielleicht authentischste Gesangsleistung geben „Blood & Belief“ erst nach ein paar Durchläufen zum Erschließungsprozess frei. Dann aber merkt man, dass BLAZE auch 2004 mit „Alive“, „Ten Seconds“ oder dem Titeltrack wieder ein paar sichere Hits für sein Liveset entworfen hat. Doch leider verhält es sich mit dieser Platte genau wie mit seinen beiden ersten Werken unter der Flagge dieser Band: Sie weist einige Hänger auf, die entweder durch nicht ausreichend zwingendes Riffing, unspektakuläre Melodien, durchschnittlichen Gesang oder nicht auf den Punkt kommendes Songwriting hinter dem, was Bailey eigentlich drauf hat, zurückbleiben. Quasi das Problem, das auch seine beiden Scheiben mit IRON MAIDEN („The X-Factor“ und „Virtual XI“) hatten. Ein paar sehr starke Momente und zu viel Durchschnitt. Eines muss man „Blood & Belief“ aber jederzeit zugestehen: Durch seinen Charakterzug „Musik als Selbsttherapie“ ist es ein in seinen Grundfesten unerschütterlich ehrliches Album geworden, das den Schritt eines Mannes zurück ins normale Leben zeigt. Wünschen wir ihm, dass er diesen Weg konsequent weitergeht und es irgendwann mal schafft, nicht nur live, sondern auch auf Konserve eine 100%ig überzeugende Leistung zu bringen.

07.06.2004

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2 Kommentare zu Blaze - Blood & Belief

  1. Anonymous sagt:

    "Doch leider verhält es sich mit dieser Platte genau wie mit seinen beiden ersten Werken unter der Flagge dieser Band: Sie weist einige Hänger auf, die entweder durch nicht ausreichend zwingendes Riffing, unspektakuläre Melodien, durchschnittlichen Gesang oder nicht auf den Punkt kommendes Songwriting hinter dem, was Bailey eigentlich drauf hat, zurückbleiben. Quasi das Problem, das auch seine beiden Scheiben mit IRON MAIDEN ("The X-Factor" und "Virtual XI") hatten." Schwachsinn. So gut wie auf "The X-Factor" waren Maiden noch nie, weder davor noch danach…

    10/10
  2. Anonymous sagt:

    Blaze ist ein sympathischer Musiker, nur leider kann er zwei essentielle Dinge nicht: spannende Songs komponieren und singen. "X-Factor" ist ein schwaches Album, weil letztlich alle Vocals ähnlich uninspiriert vorgetragen werden wie der Refrain des zweiten Songs ("Falling down, falling down…") und somit permanente Langeweile und Verunsicherung seitens des durchaus geneigten Hörers eintritt. Das gilt auch für das gesamte Solowerk von Blaze. Die Songs sind düster, aber nicht packend, es gibt kaum Abwechslung, weder gesanglich noch vom Songaufbau oder der Instrumentalfraktion, auch Experimente sucht man vergebens. Bei diesem einheitlich-eintönigen Niveau kann man nur bewundern, wie konsequent Blaze trotz aller Kritik seinen einsamen Weg geht. Ach, und die besten Maiden? Ohne wenn und aber die ersten 4 Alben…

    4/10