Blood Stain Child - Idolator

Review

Ach du scheiße! Eine japanische Band, deren Mucker aussehen, als seien sie zum Teil magersüchtig und allesamt dem letzten X-Men-Movie entsprungen! Unser lieber Chefredakteur wird mir doch wohl kein androgynes Visual-Kei-Gejammer zu geteilt haben?

Durchatmen! Schon „Hyper Sonic“, der Opener von BLOOD STAIN CHILDs Drittwerk „Idolator“, sorgt direkt für Entwarnung. Kraftvoller, moderner Melodic Death Metal ballert in fettem Anssi Kippo/Tue Madsen-Sound aus den Speakern. Doch leider hält diese anfängliche Freude nur bedingt an. Diese, ihrer Optik nach zu urteilen, allesamt lieber als Comichelden auf die Welt gekommenen, fünf Musiker kupfern ab, das es dreister fast schon nicht geht. Mal eine Liste gefällig?

1.) IN FLAMES: Göteborgs mittlerweile erfolgreichste Formation stand bei sämtlichen Riffstrukturen, Melodiebögen und Semi-Clean-Vocal-Arrangements Pate.
2.) CHILDREN OF BODOM: Finnlands Megaexport sorgt für einen zuweilen recht schwarzmetallischen Einschlag (gemäß ihrer ersten beiden Scheiben) und läßt die Flitzefinger über den Tasten des klebrigen Keyboards rotieren.
3.) SOILWORK: Refraineingängigkeit ole!
4.) THE KOVENANT: Gibt’s die eigentlich noch? Anyway, die Elektro-, Techno- und Danceeinsprengsel von „Idolator“ hätten auch auf Scheiben wie „Animatronic“ oder „S.E.T.I.“ ihren Platz gefunden.
5.) NINTENDO: Ja, Ihr lest richtig! Eigentlich sollte es einen bei einer japanischen Band nicht verwundern. Aber manchmal klingt das Synthie-Elektro-Keyboard-Gepiepse dermaßen nach Super Mario, Luigi, Yoshi und ihren Freunden/Feinden, dass man sich fragt, ob BLOOD STAIN CHILD früher neben dem Erlernen ihrer Instrumente auch noch etwas anderes gemacht haben, außer Game Boy zu zocken.

Kein Wunder, dass sogar in BLOOD STAIN CHILDs eigener Bandbio das Wort „Copycat“ zu finden ist. So etwas wie ein eigener Stil findet sich auf dieser Platte, abgesehen vom oftmals wüsten Durcheinanderwerfen der Zutaten, rein gar nicht. Positiv zugute halten muss man den Jungs jedoch, dass sie allesamt Könner auf ihrem jeweiligen Gebiet sind und Hooklines an Start gebracht haben, bei denen man sich ab und an ohne es zu wollen beim Mitsummen erwischt. Macht also summa summarum knappe 6/10 Punkte minus einen Punkt Abzug für die einem jedesmal den Magen umdrehenden, lupenreinen Technoparts.

P.S.: Der noch als Bonus enthaltene Clip zu „Truth“ bietet keinen wirklichen Mehrwert, besteht er doch nur aus tausendfach gesehenem Proberaumgepose.

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28.11.2006

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