Bloodred Hourglass - After The Burial

Review

Galerie mit 26 Bildern: Bloodred Hourglass - European Tour 2025 in Stuttgart

Eigentlich fies. Da liefern BLOODRED HOURGLASS mit „We Should Be Buried Like This“ eines der stärksten Alben ihrer Karriere ab und legen jetzt nur eine EP nach. Nur. Denn „After The Burial“ fühlt sich alles andere als nach Resteverwertung an. Die Finnen nutzen die vier Songs lieber als Spielwiese. Weniger Schema F. Mehr Mut. Mehr Emotion. Mehr Experimente.

Die Finnen können catchy

„Walk On Water“ macht die Ansage. Fette Riffs? Check. Große Melodien? Natürlich. Aber diese Hookline ist schon fast unfair catchy. Einmal gehört und das Ding läuft im Hinterkopf weiter, während man längst etwas anderes macht. Genau diese Mischung aus Druck und Eingängigkeit beherrschen BLOODRED HOURGLASS mittlerweile im Schlaf. Das Sahnehäubchen liefert das finale Gitarrenriff. Kurz, knackig, punktgenau. Mic Drop.

Der eigentliche Gamechanger hört allerdings auf den Namen „Heartstrings“. Für den Song haben sich die Finnen Unterstützung von Erja Lyytinen ins Boot geholt. Und genau diese Kollaboration verleiht der EP ihren besonderen Charakter. Der Wechsel zwischen den Stimmen sorgt für Dynamik, Atmosphäre und jede Menge Emotionen.

Bloodred Hourglass machen auf Symphonic Metal

Plötzlich stehen nicht nur Wucht und Geschwindigkeit im Fokus. Die Songs wirken größer. Cinematischer. Fast schon episch. Stellenweise schimmern Erinnerungen an WITHIN TEMPTATION oder EPICA durch die Boxen. BLOODRED HOURGLASS verlieren dabei aber nie ihre eigene DNA. Dafür bleibt das Fundament viel zu fest im modernen Modern Metal verankert.

Spannend ist vor allem, wie sich die Stimmung entwickelt. Die EP startet mit ordentlich Zug nach vorne, zieht den Hörer dann aber immer tiefer in emotionale Abgründe. Von Song zu Song wachsen Melancholie, Sehnsucht und innere Zerrissenheit. Fronter Koukonen trägt diesen Spannungsbogen mit voller Überzeugung. Seine Vocals knallen nicht einfach nur aus den Lautsprechern. Sie kämpfen, leiden und reißen mit. Genau das macht den Reiz dieser Veröffentlichung aus.

„After The Burial“ ist eine Spielwiese der Möglichkeiten

„After The Burial“ zeigt eine Band, die sich nicht darauf ausruht, was bereits funktioniert. BLOODRED HOURGLASS verschieben Grenzen, testen neue Ideen und verlassen bewusst ihre Komfortzone. Nicht alles klingt nach dem nächsten Karriereschritt. Muss es auch nicht. Diese EP wirkt eher wie ein Blick hinter die Kulissen einer Band, die Bock hat, sich weiterzuentwickeln. Die ausprobieren will, was noch möglich ist. Einmal übern Tellerrand, bitte.

Kurz gesagt: „After The Burial“ ist wütend, traurig, hymnisch und verdammt eingängig. Keine Pflichtübung. Kein Lückenfüller. Sondern vier Songs, die zeigen, dass BLOODRED HOURGLASS noch lange nicht alles erzählt haben.

 

21.06.2026

It`s all about the he said, she said bullshit.

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Bloodred Hourglass auf Tour

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