Blowback - Morning Wood

Review

Was gibt es heute? Wie wäre es mit etwas Schwedischem? Nein, keine Köttbullar, sondern mal etwas Exotisches. Etwas, das den Gaumen rocken lässt. Man forme zu diesem Menü, welches aus der vierköpfigen Teufelsküche BLOWBACKs aus Örebro kommt, einen gut gekneteten deftigen Boden, der im Stonerrock-Ofen seinen vollen Geschmack entfaltet. Die grobe Masse, die auch schon aus der Küche der 70er stammen könnte, schmeckt… äh, klingt aber glücklicherweise nicht so altbacken. Dazu reicht man die gesunde Würzmischung von psychedelischen Zutaten, wie man sie schon von den Meisterköchen LED ZEPPELIN kennt. Abgeschmeckt mit einer nicht geizigen okkulten Prise, die auch schon die Großmeister BLACK SABBATH verwendet haben, scheint schon einiges zu versprechen.

Aber da es sich um ein modernes Gericht handelt, gibt sich BLOWBACK nicht mit billigen Kopien ab, sondern garniert den Ohrenschmaus mit der jungen und nicht ganz einzukatalogisierenden Energie des Gesangs, der im Entferntesten an einen Chris Cornell oder Thom Yorke erinnert. Um das Ganze auch zu einer Geschmacksexplosion zu bringen, poltert das Drumming rhythmisch im Stile von QUEENS OF THE STONE AGE („Lazy“) und die tiefgestimmte Gitarre begeistert mit einem WITCH-artigen, doomigen Melodievibe („After The Sun“). Aber auch typisch amerikanisches Southern-Feeling a lá TENACIOUS D bei den Akustikparts des Aperitifs „Yesterday Is Gone“ ist nicht zu überhören. Alle Zutaten presst man dann auf eine CD und nennt sie „Morning Wood“. Allerdings gibt es trotz der strengen Qualitätsansprüche, auch bei BLOWBACK ein paar Defizite zu verzeichnen. So stellt sich nach dem 6. Gang aufgrund des gleichen Aufbaus der vorherigen Vorspeisen etwas Eintönigkeit ein, da manche Zutaten zu oft verwendet werden und so der Überraschungseffekt nicht mehr gegeben ist. Auch an der Dekoration hapert es. So hätte sich dieses bunte, spartanische Artwork in den 70ern großer Beliebtheit erfreut, aber auch die Verpackung macht es und man würde nicht davon ausgehen, so einfaches, aber gut füllendes Material zu bekommen. Dazu gibt man noch als Dessert drei Versionen von „Holy Skies“, „Eclipse Of The Antropoid“ und „Living“, die beim Anrichten live vorgetragen werdem. Trotz der kleinen Mängel ergibt „Morning Wood“ aber ein unterhaltsames 12-Lieder-Menü, das von dem 5-Sterne-Produzenten Dan Swanö akustisch verfeinert wurde und somit allerhöchstes Niveau garantiert. Ganz neue Geschmacksmischungen gibt es zwar bei BLOWBACK nicht zu probieren, aber dafür eine überdurchschnittliche Platte, auch gerne für mehrere Personen, mit 1/4 Psychedelic, 1/2 Stoner, 1/8 Okkultem, 1/8 Heavy und gaaaanz viel Rock!

BLOWBACK treffen mit ihrem Debüt nach der Split-Kollaboration mit ASTEROID den Geschmacksnerv derjenigen, die den Esprit alter Classic-Rock-Scheiben vermissen und nach neuen Appetithäppchen, die Altes und Neues gekonnt vereinen, dürsten. Kraftvoll und heavy im Geschmack, rund und nicht zu glatt im Abgang, nicht zu blumig-fruchtig, vollmundiges Aroma – dieses Rezept kann man nur weiterempfehlen. Also packt neben der Badehose, noch „Morning Wood“, eure Klampfe und ein paar Kumpanen ein, ab zum See und dieses perfekte Sommer-Rockalbum auf volle Pulle drehen. Wohl bekomm’s!

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27.05.2008

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