Captain Duff - Seaside Curse

Review

Die Piraterei hält mittlerweile überall Einzug und auch die drolligen Jungs von CAPTAIN DUFF (Querverweis auf die Simpsons?) lassen sich von den Freibeutern der Meere inspirieren. Weniger inspiriert ist das üble Cover, das zwar eine Grundvoraussetzung erfolgreichen Marketings beherzigt (Stichwort: Titten), durch die dilettantische Zeichnung aber eher wie die Front einer 80er-Hörspielkassette wirkt. Schade, dass die musikalischen Ergüsse der Würzburger auch nicht wesentlich attraktiver sind als die Kurven dieses seltsamen weiblichen Neptuns.

Recht passend zur Piratengeschichte spielen CAPTAIN DUFF rabiaten, bierseligen Rock’n’Roll mit einer guten Dosis Mitgrölkompatibilität. Also weniger Glamourhochglanz der skandinavischen Sorte, sondern eher recht ruppiger, simpler Rock, der in der Bierkaschemme nebenan prächtig funktionieren dürfte, zumal man dort selten nüchtern ist. Auf „Seaside Curse“ tummeln sich sieben neue Tracks sowie drei Stücke des „Herbipolitan Nightmare“-Demos, wobei man ohne den Hinweis auf dem Backcover und in Unkenntnis ihres bisherigen Schaffens nicht unbedingt darauf kommen würde, dass sich hier neue und alte Stücke gegenüberstehen. Das kann man dann je nach Gusto positiv wie negativ auslegen: Positiv bezüglich der Homogenität des Albums, negativ betreffend der nicht stattgefundenen Weiterentwicklung seit den Demotagen. Doch wollen wir nicht zu harsch mit den Klabautermännern umgehen, ihre Chose ist ja ganz nett anzuhören. Ein paar catchy Basisriffs, ein wohliger Grundrhythmus, hier und da ein bisschen Mitsingen und die ein oder andere schöne Gitarrenharmonie dazu. Ach a pro pos Mitsingen: der Gesang sticht ein wenig heraus, hat man es hier doch mit einer Mischung aus Michael Poulsen (VOLBEAT), Glenn Danzig und Lemmy zu tun. Nicht übel.

„Seaside Curse“ ist nett, langweilt aber irgendwie noch bevor die erste Runde ausgedreht hat. Entgegen ihrem Image präsentieren sich CAPTAIN DUFF viel zu zahm, viel zu sehr mit angezogener Handbremse agierend, viel zu… brav. Ich fordere mehr Feuer, mehr Schweiß, mehr Blut! Krachen muss es halt schon. So halt eher gute Backgroundbeschallung fürs nachmittägliche Kaffeekränzchen.

15.09.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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