Carcolh - The Life And Works Of Death

Review

Traditionellen Doom Metal zwischen breit angelegter Epik und erdrückender Schwere gibt es dieser Tage von CARCOLH aus Frankreich. Mit „The Life and Works Of Death“ liefert die Band um ehemalige Mitglieder von SWEVEN, POZOR, SUN PREACHER, DEAD TOYS und BRUIT bereits ihren zweiten Brocken ab. Und der bietet viele lichte Momente, liegt teils aber auch ziemlich schwer im Magen.

CARCOLH bieten erdrückende Schwere und große Gefühle

Die Einflüsse von CARCOLH sind schnell ausgemacht, denn die Franzosen kennen ihre Pappenheimer und orientieren sich grundsätzlich an den Klassikern des Epic Doom von CANDLEMASS und SOLITUDE AETURNUS, aber auch jüngere Bands wie DAUTHA können ganz gut als Vergleich herhalten.

Entsprechend schwer und schleppend geht es dann auch mit dem fast neunminütigen „From Dark Ages They Came“ los und was gleich positiv auffällt: der Sound ist mächtig! Die breit angelegten Gitarren drücken so richtig schön in die Knie und die Rhythmusabteilung liefert ein sattes Fundament. Dazu vermittelt die Stimme Sebastien Fantons das nötige Gefühl von Erhabenheit, punktet aber auch mit einer angenehm rauen Färbung. Für einen Moment könnte man tatsächlich meinen, hier stünde Brooks Wilson von CRYPT SERMON am Mikro. Bis hierhin also alles gut.

Nun ist Repetition ein gängiges Stilmittel im Doom Metal und so walzen CARCOLH gleich beim Opener ein Grundriff über sechs Minuten aus, bevor der Song ins gehobene Midtempo wechselt und seinem Höhepunkt entgegenrockt. Das funktioniert nicht zuletzt auch wegen der starken Gesangsleistung und der dichten, unheilvollen Atmosphäre ganz gut, kratzt aber teils schon hart an einer Grenze, die im späteren Verlauf des Albums noch überschritten werden soll.

Am besten geht die Rechnung von CARCOLH tatsächlich bei den „kürzeren“ Albumtracks „Works of Death” und „When Embers Light The Way” auf. Beide Stücke bieten in knapp sieben bzw. sechs Minuten eigentlich alles, was guten Epic Doom ausmacht: Raum zur Entfaltung sich wiederholender Motive, große Melodien und songdienliche Soli, erhabenen Gesang und bei aller Theatralik und Schwermütigkeit doch ein gutes Gespür für Dynamik.

Länger heißt nicht immer besser

Demgegenüber stehen mit „The Blind Goddess“ und „Sepulchre“ zwei Zehnminüter, die zwar ebenfalls gute Ansätze und handwerkliches Können offenbaren, sich ab einem gewissen Punkt aber wie Kaugummi ziehen. Hier setzen CARCOLH schlicht zu wenige Akzente, um die Songs über die volle Dauer interessant zu halten. „Aftermath“ wiederum ist vermutlich eher als überlanges atmosphärisches Zwischenspiel gedacht, welches mit ein wenig Gesang und einem überstrapazierten Keyboardteppich die Bezeichnung Song nicht wirklich rechtfertigt.

So hinterlässt „The Works Of Life and Death” einen ziemlich zwiespältigen Eindruck. Einerseits liefern CARCOLH drei zweifellos starke Nummern ab und lassen zudem rein handwerklich nichts anbrennen. Auf der anderen Seite stehen zwei längere Stücke, bei denen die Franzosen trotz guter Ansätze an den eigenen Ambitionen scheitern, dazu ein ziemlich verzichtbares Interlude. Letztgenannte Titel machen leider gut die Hälfte des Albums aus und ziehen die Wertung dadurch merklich nach unten.

Nichtsdestotrotz sollten Epic-Doom-Liebhaber hier durchaus mal ein Ohr riskieren, denn es ist eben auch viel Schönes dabei und CARCOLH begehen keine Fehler, die sich nicht beim nächsten Mal ausbügeln ließen.

11.02.2021

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