Chalice And Crown - Confessions

Review

Dem Heavy Metal geht es so wie vielen Genres: Da kommt wenig Neues, vieles wurde schon kreiert und wiederholt sich nun in schöner Regelmäßigkeit. Aus diesem Kreislauf können auch CHALICE AND CROWN mit ihrer neuen Scheibe „Confessions“ nicht ausbrechen, aber wer erwartet so etwas heutzutage auch noch ernsthaft? Wenn (beinahe) alles schon gesagt ist, dann zählen halt andere Werte: Spielfreude, gute Ideen, Enthusiasmus und ganz einfach Spaß an der Sache. Und davon haben die Jungs zum Glück jede Menge!

CHALICE AND CROWN spielen ihren melodiösen Heavy Metal absolut authentisch und ohne überflüssige Schnörkel. Beim Hören von „Confessions“ kommen einem des Öfteren artverwandte Kapellen wie z. B. PRIMAL FEAR oder BRAINSTORM in den Sinn. Das sollte man aber keinesfalls als Kritik auffassen, es ist eher ein Querverweis. Außerdem gibt es ganz sicher schlechtere Referenzen. Die Jungs beherrschen ihr Handwerk und lassen einen an ihrer Freude am Heavy Metal teilhaben – das zählt letztendlich.

Die kraftvolle und transparente Produktion passt prima zum Soundgerüst. Und Sänger Peter weiß sowohl mit seiner leicht kratzigen tieferen Stimme als auch mit seinen Screams zu gefallen. Einige Songs wie z. B. „Fight“ oder „Your Eyes“ haben eine recht ausgeprägte NEVERMORE-Schlagseite. Da wird aber nicht einfach nur billig abgekupfert, sondern man verarbeitet die guten eigenen Ideen sehr intelligent im Stil von Warrel Dane und Konsorten. Auch Songs wie „Misty Horizons“ oder „Desert Rain“ wissen absolut zu überzeugen – letzterer überrascht sogar mit einem PRIEST-Gedächtnis-Part. Die Jungs scheuen auch nicht vor ungewöhnlichen Ideen und liefern in „Your Eyes“ plötzlich einen Refrain ab, der klar in Richtung US-Stadion-Rock geht. Gewagt, aber gelungen! CHALICE AND CROWN legen generell viel Wert auf gute und eingängige Refrains, das wird der Band sicher auch live enorm weiterhelfen. Und das sich endlich mal wieder jemand auf das gute alte Schema Strophe-Bridge-Chorus besinnt, zumindest bei den meisten Liedern, gibt in jedem Fall einen Pluspunkt. Ein wenig muss man dann aber doch an „Confessions“ rummäkeln. So hat beispielsweise der Titelsong ein paar überflüssige Längen, und gegen Ende gehen der Scheibe etwas die Ideen und die Puste aus. Aber das ist ja bei vielen sogenannten Großen auch nicht anders.

Alles in allem gefällt „Confessions“, denn das Können ist vorhanden, das Niveau schon recht hoch und der Regler für Spaß an der Sache und Spielfreude steht sowieso bereits auf Anschlag. Aber Jungs, da bin ich mir sicher: Beim nächsten Mal geht noch mehr! Mit CHALICE AND CROWN wird für Genre-Fans zukünftig jedenfalls zu rechnen sein.

13.01.2016

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1 Kommentar zu Chalice And Crown - Confessions

  1. willi sagt:

    Sorry, aber Brainstorm oder Primal Fear kann ich da nicht so richtig raushören 😉