Chalice - Trembling Crown

Review

Ihre 2019er-EP “Silver Cloak” hatte Kollege Rothe bereits ob ihrer Vielseitigkeit gelobt und mit Spannung dem ersten vollständigen Album entgegengefiebert: Jetzt legen CHALICE nach und veröffentlichen ihr Debüt “Trembling Crown”. Und das ist genauso vielseitig wie die EP. Dass die vier Musiker aus der finnischen Hauptstadt Helsinki britischen Heavy Metal mit der Muttermilch aufgesogen haben müssen, hört man. Da gibt es viel NWoBHM, aber auch Seventies-Zutaten vom Schlage WISHBONE ASH sowie epische und progressive Elemente. Abgeschmeckt werden die Stücke mit einer leichten okkulten Würzung – dafür steht dann nicht nur das Logo mit dem rauchenden Kelch.

CHALICE haben britischen Heavy Metal mit der Muttermilch aufgesogen

Die sieben Stücke sind durchaus vielseitig und beinhalten zahlreiche Wendungen – kein Wunder, denn bei der Überlänge der Mehrzahl der Songs bleibt genügend Zeit für erzählerische Mittel und längere instrumentale Passagen. Bevor beispielsweise beim Opener “Night’s Hands” der Gesang einsetzt, vergehen knapp anderthalb Minuten. Bis dahin hat sich allerdings bereits der Eindruck gefestigt, dass bei den Gitarristen auch DISSECTION ganz hoch im Kurs steht. Allerdings ist es doch so, dass CHALICE vom Sound her auf eine gemäßigtere Variante setzen – was auch durch die angenehme Retro-Produktion unterstrichen wird.

„Trembling Crown“ nimmt sich Zeit für erzählerische Mittel

Und so nehmen CHALICE den Hörer auf eine musikalische Reise mit, die bei den genannten Stationen Halt macht, die bei den Flamencogitarren im Titeltrack auch an Spanien denken lässt, und die durch den Albumtitel ab und zu auch Bilder von Robin Hood in den finsteren mittelalterlichen Wäldern Englands heraufbeschwört. Abzüge gibt es allerdings beim Gesang, der auf seine Art zwar okay und angenehm ist, aber eben auch nicht mehr. Unterm Strich ist “Trembling Crown” also ein Album, bei dem Fans traditioneller Klänge durchaus auf ihre Kosten kommen werden. Wer’s heftiger, extravaganter oder moderner mag, wird dann eben woanders fündig.

17.01.2021

- Dreaming in Red -

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