Cheap Trick - Rockford

Review

Eins vorneweg: Fans von CHEAP TRICK müssen sich das Review nicht extra durchlesen. Geht in den Laden und holt euch die Scheibe. Ihr könnte nichts falsch machen. Diejenigen, die CHEAP TRICK bis jetzt nur als Rock-Urgestein im Hinterkopf haben, sollten aufmerksam weiter lesen.
Auch auf ihrem neuen Werk „Rockford“ (in Rockford hat die Band 1973 gestartet) spielen die vier Musiker um Sänger Robin Zander, erneut klassischen, wenn auch etwas unspektakulären gute-Laune-Rock, mit dem richtigen Händchen für Earcatcher, also Songs, die direkt im Schädel bleiben und den Rhythmusfuß schwingen lassen. Bereits der Opener „Welcome To The World“ (eigentlich eher ein Intro als ein Song), zeigt, dass die Band nichts von ihren Tugenden verlernt hat. Der etwas an MEAT LOAF erinnernde Song ist ein guter Anheizer für das Album. Das folgende „Perfect Stranger“ (nein, kein DEEP PURPLE Cover), welches auch zugleich die erste Single des Albums ist, erweist sich als einwandfreier Rocksong mit Hitcharakter. Zander klingt hierbei einmal mehr nach George Harrison (THE BEATLES), was man ihm nicht verübeln kann. Anspieltipp! „If It Takes A Lifetime“ ist ein durchschnittliches, im Midtempo angelegtes Stück, während „Come On Come On Come On“ ein waschechter Stampfer ist, der alleine durch seinen Chorus bei Konzerten als Sieger aussteigen wird. Was sich schon im ersten Moment wie ein BEATLES-Song anhört, nämlich „O Claire“, bietet beim weiteren Verlauf auch keine Veränderung. Eine Hommage an die Band aus Liverpool vielleicht? Und auch beim nächsten Song, „This Time You Got It“, scheint die Band aus dem Fundus der Rockgeschichte geschöpft zu haben. Der Song erinnert hier und da ganz klar an MANFRED MANs EARTH BAND, mit einer Prise SUPERTRAMP. Ein breites Grinsen lockt hingegen „Give It Away“ hervor. Eine typische gute-Laune-Hymne aus dem Hause CHEAP TRICK. Cool. Das bluesig angehauchte „One More“, welches zwischen Blues und Hard Rock pendelt, enthält das stärkste Gitarrensolo der Scheibe. „Every Night And Every Day“ wird sicherlich ein Kneipenrocksong und “Dream The Night Away” schlägt wieder in die BEATLES Kerbe. Kein schlechter Song, aber etwas belanglos. Eine nette Halbballade haben CHEAP TRICK mit „All Those Years“ kreiert, nicht besonders originell aber auch nicht unbedingt zum weiterskippen. Zum guten Schluss werden noch die ROLLING STONES mit „Decaf“ zitiert, zumindest vom Gesang her.

CHEAP TRICK haben es zwar geschafft, über all die Jahre ziemlich unbeschadet durch die Rocklandschaft zu pilgern. Doch in Sachen Authentizität bzw. Eigenständigkeit mussten die Songs mit der Zeit leider Einbußungen über sich ergehen lassen. Das aktuelle Werk ist sicherlich nicht schlecht und für Fans der Band geradezu eine Perle. Wer CHEAP TRICK jedoch auf ihrem kreativen Höhepunkt erleben möchte, sollte sich eine Scheibe aus den späten 70ern oder frühen 80ern zulegen. Viel Spaß damit.

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29.10.2006

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