Cough - Ritual Abuse

Review

Es ist schön, ab und an doch noch Veröffentlichungen zu Gesicht zu bekommen, deren CoverARTwork auch tatsächlich noch irgendetwas mit Kunst zu tun hat und nicht nur mit dem bloßen Beherrschen eines Computer-Programms. „Ritual Abuse“, der nach „Sigillum Luciferi“ zweite Streich des seit 2005 aktiven Sludge/Doom-Quartetts COUGH aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia, punktet jedenfalls schon einmal durch seine sehr stimmige Motivwahl.

Sowohl das Cover in seinem von Rot übergossenen, tristen Schwarz-Weiß, als auch der Albumtitel ist passend gewählt, denn das Hörerlebnis stellt sich wahrlich als ein rituelles heraus: Die fünf sich über 53 Minuten dahinschleppenden Stücke huldigen in bester Sludge-Tradition dem massiven Riff und durchlaufen in ihrer wiederkäuenden Art immer aufs Neue den selben Ritus des (vertonten) Missbrauchs, scheinen nur verzerrte Abbilder des Vorangegangenen zu sein. Der beispielsweise in „Crippled Wizard“ stark an ELECTRIC WIZARD erinnernde Gesang wird dabei sehr häufig auch richtig schwarzmetallisch krächzend böse und verstärkt die zwischen Leid, wachsender Beengtheit und keimender Hoffnung pendelnden Gefühle, während gelegentliches Wabern aus dem Hintergrund einen nebligen Schleier über das Geschehen legt.
Entsprechend des in ständiger Wiederholung begriffenen Charakters der Scheibe gibt es keine Lieder, die herausragen, deutlich besser oder schlechter als andere sind. Zwar kommt mit „Crooked Spine“ eine Nummer eher im Stoner/Psychedelic-Gewand daher, doch diese Variation wird unter Schlammlawinen wie dem besonders gemeinen Opener „Mind Collapse“, „A Year In Suffering“ oder dem Titelstück begraben. Die Dreckverschmiertheit bedingt eine Gleich- und Geballtheit, die „Ritual Abuse“ zu einem – natürlich hier positiv konnotierten – miserablen und schwerverdaulichen Brocken macht, heißt aber andererseits im vorliegenden Fall auch, dass die Stücke für sich alleine stehend keine besonders großen Ausrufezeichen setzen. Ihnen gelingt es nicht, sich einzubrennen, sie sind nur unterhaltsame Nacherzählungen bereits bekannter Geschichten.

Mit „Ritual Abuse“ zeigen sich COUGH als eine vom Gesang her deutlich angeschwärzte Mischung aus Bands wie EYEHATEGOD und ELECTRIC WIZARD – bisher noch eine (halbe) Klasse schlechter als diese, dafür jedoch mit einer dicken Portion Niedertracht im Gepäck. Sludge- und Doom-Jüngern, die es gerne auch mal richtig fies mögen, sollte das munden. Nichts Neues – das aber (be)drückend inszeniert.

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06.10.2010

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