
Soundcheck Oktober 2026# 20
Wie aus dem Nichts und gefühlt ohne Vorwarnung kommen CRIMSON COVEN und bescheren uns ihr Debütalbum „I – The Forge“.
CRIMSON COVEN
Die Band stammt aus Spanien und wurde 2023 gegründet. Die erste Veröffentlichung war die Demo „0 – The Genesis“ aus dem letzten Jahr. Dieses überzeugte das Label Cruz Del Sur Music, die das Album veröffentlichen. CRIMSON COVEN bestehen aus fünf Musikern, deren Identität aber bewusst nicht bekanntgegeben wurde. Die Promotion wie die bisherigen Social-Media-Aktivitäten sind recht zurückhaltend. Das überrascht etwas, denn mit „I – The Forge“ haben die Spanier ein wirklich heißes Eisen geschmiedet.
Heißes Eisen
CRIMSON COVEN bezeichnen ihren Stil selbst als „Spell-Forged Heavy Metal“. Ganz klar haben wir hier die alte, klassische Schule. Die Spanier mischen wuchtigen wie monumentalen Epic Doom mit traditionellem Heavy/True Metal. Düstere Atmosphäre, kauzig epische Melodien, kraftvolle Riffs, harmonische Soli, klarer, ausdruckstarker Gesang, zumeist schleppend schwere Rhythmen bis hin zu druckvollen Midtempo-Bangern. Und natürlich die für das Genre notwendige Extraportion Pathos. Offensichtliche Vorbilder sind MANOWAR, ATLANTEAN KODEX, CANDLEMASS, DOOMSWORD, SORCERER, BATHORY und MERCYFUL FATE.
Extraportion Pathos
Nach dem stimmungsvollen Intro folgt gleich die Bandhymne. Ein düsteres Schlachtenepos mit schweren Gitarren, markante Gitarrenmelodien, einprägsamer Refrain, erinnert stellenweise ein wenig an TRIUMPHER und ATLANTEAN KODEX. Toller Faust-in-die-Luft-Banger!
Noch deutlich doomiger ist das dunkle, eingängig melodische „Sacrament Of Shame“, etwas MERCYFUL FATE, aber ohne Falsettgesang. Im über sechsminütigen „The Birth Of The Serpent“ mischen CRIMSON COVEN epische Arrangements mit klassischem Heavy-Metal-Songwriting inklusive verspielter Passagen und kernigem Midtempo. Gelungen ist auch das ausladende „Lockheed Electra“ mit markanten Twin-Gitarren-Läufen, packender Dramaturgie und dichte Atmosphäre.
„Children Of The Same Sun“ marschiert doomig intensiv, melodisch wie dezent kauzig und lebt vom hymnischen Refrain, den es auch im folgenden „Crowns Of Greed“ gibt, dazu mächtige Gitarren und markante Harmonien. Das stampfende „Cold Dawn Arrives“ hält das bisherige Niveau von CRIMSON COVEN leider nicht, stört aber auch nicht wirklich. Dafür entschädigt das abschließende, epische „Unleash The Kraken“. Melodiebetont, durch und durch epischer Metal im Stil der alten MANOWAR und der passende Schlusspunkt.
CRIMSON COVEN verstehen es auf „I – The Forge“, epischen, stimmungsvollen Doom Heavy Metal mit dunkler, teils mystisch anmutender Atmosphäre, schweren, prägnanten Riffs und einprägsamen Melodien zu erschaffen. Ganz ohne Schwächen ist das noch nicht – die richtig großen Momente fehlen noch, zwischendurch gibt es einige Längen, wie auch Sänger P kein Eric Adams ist.
Starkes Debüt!
CRIMSON COVEN überzeugen mit Ihrer Debüt-Vorstellung. Nicht perfekt, aber mehr als ordentliches Futter für Epic-Fans!

Markus Endres



















Kommentare
Sag Deine Meinung!