Crossplane - Masturboned

Review

Galerie mit 21 Bildern: Crossplane - One Last Ride Tour in Mannheim

CROSSPLANE heißt die Band, „Masturboned“ ihr zweites Album. Jawoll, mit „Masturboned“ verbinde ich vage (!) was, aber mit CROSSPLANE? Auf yamaha-motor.eu wird man fündig:

„Eine Kurbelwelle mit 90° Kröpfung (wir reden oft auch von Hubzapfenversatz) dient dazu, die Gasannahme und die Fahrbarkeit beim Vierzylinder Hochleistungsmotor durch einen besseren Massenausgleich durch Reduzierung des Trägheitsmomentes zu optimieren. ‚Crossplane‘ Design heißt, dass jeder der 4 Hubzapfen im 90° Winkel zum nächsten Hubzapfen seht. Die Hubzapfen (planes) sind mitsamt den Kurbelwangen mit 90° Überschneidung (cross) angeordnet. Daher der Name ‚Crossplane’ Kurbelwelle.“

Es ist schön, wenn Expertenwissen auch für den Laien verständlich aufbereitet wird. Und warum sich die Essener Rocker CROSSPLANE genannt haben, lässt sich nun auch erahnen – Schlüsselwörter sind hervorgehoben. Ihr röhrender High-Octane-Rock-Chopper mit MOTÖRHEAD-Tattoo auf dem TANK animiert auf dem Zweitwerk „Masturboned“ wie nix Gutes dazu, sich das Kühle Blonde im entsprechenden Winkel literweise am Zäpfchen vorbeizuheben. Und es wird noch deutlicher:

„Die Crossplane Kurbelwelle verringert das Trägheitsmoment des Kurbeltriebes im Motor fast auf Null. Das Drehmoment, welches der Fahrer beim Gasgeben spürt, besteht aus zwei Komponenten: Das Drehmoment aus der eigentlichen Verbrennung, also der Gasexplosion und dem Massenträgheitsmoment der bewegten Teile wie Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Dieses Trägheitsmoment stört das durch die Verbrennung erzeugte eigentliche Drehmoment und beeinflusst das Gefühl für die Leistungsentfaltung des Motors.“

Wer „Bier“ sagt, darf zu Koitus natürlich nicht „öh… tja, heute nicht, Schatz…“ sagen. Und will das von CROSSPLANE hormonell angekurbelt auch nicht – nach einer Dreiviertelstunde „Masturboned“ ist der Motor auf Betriebstemperatur und Pleuel sowie Kolben… naja. Das Gesamtpaket aus Sex, Saufen, Rock ’n‘ Roll stimmt hier jedenfalls: Die Songs heißen „Rock ’n‘ Roll Medicine“, „Maneater“ oder „Sweet Little Rockabella“, die Band trägt Schwarz auch auf den Augen und unter den Fingernägeln und niemand kann hinterher behaupten, man hätte ihn (oder sie) nicht ausreichend gewarnt.

Diese Prinzipientreue kann man CROSSPLANE mit „Masturboned“ allerdings auch ankreiden: Überraschend, originell oder außergewöhnlich ist hier kaum was. Die 14 Stücke bewegen sich überwiegend im gehobenen Midtempo, wie man es von den MOTÖRHEAD-Werken der letzten 20 Jahre kennt, Sänger Celli (ONKEL TOM) klingt original wie Lemmy mit einem Schuss von TORFROCKs Raymond Voss („Sweet Little Rockabella“!) und die Texte versteht man (auch) mit 4 Atü aufm Kessel. Dabei können vor allem die Gitarren durchaus was – man höre stellvertretend zum Beipiel das coole Lead in „Bumsucker“ oder den Schlagabtausch zwischen Riff und Lead bzw. Solo in „Rock ’n‘ Roll Medicine“. Insgesamt funktionieren die Songs aber eher als Gesamtkunstwerk denn als einzelne potenzielle Lieblingslieder. Schon klar, das SOLL im Wesentlichen so. Aber das gibt es so eben auch nicht erst seit gestern und zum Beispiel aus Skandinavien zum Teil noch packender. Wie das auf der Bühne aussieht, steht wiederum auf einem anderen Blatt…

Und: Sixpack heißt bei metal.de „überdurchschnittlich“. So wahr mir Gott helfe! Cheers!

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02.04.2015

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