Dead Soul - The Sheltering Sky

Review

Galerie mit 6 Bildern: Dead Soul - Ghost - Black To The Future Tour 2015

Bereits das Cover-Artwork von „The Sheltering Sky“ wirft so manch Frage: auf: Durch die Luft fliegende Haie, denen am Strand stehende Menschen zujubeln?! Es soll nicht der einzige Widerspruch bleiben, den DEAD SOUL auf ihrem Zweitwerk hervorrufen. Denn, wer sonst würde auf die wüste Idee kommen, auf einem soliden Rock-Fundament stehende Songs mit diversen Electronica anzureichern und dem Ganzen eine markante Blues-Glasur zu verpassen. DEAD SOUL verfolgen dieses Experiment bereits seit 2012 und können damit durchaus punkten, wie bereits das Debüt „In The Darkness“ bewies, welches über Razzia Records erschien, dessen Inhaber kein geringerer als Anders Fridén (u.a. IN FLAMES) ist. Anschließend klopfte bereits Century Media an, die anscheinend vorausahnten, dass DEAD SOUL noch massig Luft nach oben haben. Und tatsächlich wirkt „The Sheltering Sky“ fokussierter und bietet die deutlich reiferen Kompositionen als das Debüt.

Hinter DEAD SOUL verbirgt sich das schwedische Duo Anders Landelius, ein Blues-Musiker, der sich schon als SLIDIN‘ SLIM einen Namen machen konnte, und Niels Nielsen, seines Zeichens Produzent (u.a. GHOST, MALM) und mit elektronischen Klängen sowie Alternative Rock vertraut. Bereits die Betrachtung der äußeren Fakten dieses musikalisch ungleich gelagerten Duos erklärt ein wenig das Ergebnis, welches im Grunde eine Kreuzung der gesammelten Einflüsse ist, den Namen „The Sheltering Sky“ trägt und unzählige, musikalische Querverweise bereithält. So klingen viele Kompositionen wie eine musikalische Melange aus NICK CAVE und NINE INCH NAILS mit einer Zusatznote DEPECHE MODE. Damit nicht genug, werden aufgrund des markanten Timbres von Bluessänger Landelius, oftmals sogar Erinnerungen an den Großmeister JOHNNY CASH wach. Müsste eine Genre-Schublade geschaffen werden, hätte man es hier vermutlich mit Electronic Industrial Doom Blues zu tun…
Großes Plus von „The Sheltering Sky“ ist der Abwechslungreichtum: Ob nun sphärisch(„Shattered Sky“), elektronisch durchzogen („Until The Last Breath“) oder mit Industrialkante versehen (wie im Schlusspart von „In Between“), die verschiedenen Nummer harmonieren größtenteils gut miteinander. Trotz der vielen unterschiedlichen Einflüsse und teils noisigen Elemente wirken die Songs sowohl in der Einzelbetrachtung, als auch im Kontext des ganzen Albums zumeist wie aus einem Guss. Die Songstrukturen werden überwiegend einfach gehalten, wodurch den Songs ordentlich Raum zu Entfaltung geboten wird. Daraus resultiert eine leicht melancholische Atmosphäre, die sowohl in den massiven Refrains, als auch den zerbrechlichen Passagen voll zum Tragen kommt. Dementsprechend besitzt das Material auf „The Sheltering Sky“, anders als der Bandname vermuten lässt, enorm viel Seele und Gefühl.

Mit „The Fool“ machen es sich DEAD SOUL allerdings ein wenig zu einfach: Diese Nummer hätte genauso gut auf dem BEASTMILK- bzw. GRAVE PLEASURES-Debüt erscheinen können. Durchhänger gibt’s ansonsten aber nicht wirklich. Bei der Masse an unterschiedlichen Einflüssen bleiben natürlich kaum Momente aus, in denen Zutat X nicht so recht zu Zutat Y passen möchte (z.B. Nörgelgesang zu abgehacktem Rhythmus in „The Abyss“). Und inwiefern das inmitten der Spielzeit platzierte ambientartige „Ladies & Gentlemen…“ wirklich hätte sein müssen, bleibt an dieser Stelle mal dahingestellt. Alles in allem sitzen DEAD SOUL aber insbesondere aufgrund der unterschiedlichen musikalischen Sprachen der beteiligten Protagonisten mit ihrem Zweitwerk recht sattelfest zwischen den Stühlen – was jedoch nicht unbedingt Fluch, sondern wegen der breiten Kompatibilität auch Segen sein kann. Sicherlich auch nicht schaden, kann Nielsens Tätigkeit als Tourmanager von GHOST, die DEAD SOUL auf ihrer aktuellen Tournee sogar als Support begleiten dürfen. Mal abwarten, was zukünftig sonst noch so von dieser interessanten Kollaboration zu hören ist.

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15.11.2015

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