December's Cold Winter - Decaying Recollections

Review

Steve Austin, seines Zeichens ehemaliger Profi-Showverprügler und unter anderem Musiker bei TODAY IS THE DAY, scheint ein wahnsinniges Gespür für guten Metal zu haben.
Wieso sollte er sonst das Debutalbum “Decaying Recollections” von DECEMBER´S COLD WINTER als ein “Album, das die Metalwelt von Grund auf verändern wird” bezeichnen?
Ich weiß es jedenfalls nicht und erwarte, ganz den Worten den Großmeisters folgend, nicht mehr und nicht weniger als einen Meilenstein des im symphonischen Bereich angesiedelten Black Metals.

Zu dumm allerdings, dass mir eine wichtige Tatsache gleich beim Hören des ersten Tracks brutal und rücksichtslos vor Augen geführt wird: Steve Austin hat gelogen!
Denn das, was DECEMBER´S COLD WINTER auf ihrer aktuellen Langrille zu bieten haben, ist nichts, was man nicht schon von jeder anderen Band aus diesem Genre gehört hätte: Gotisch anmutende Gitarrenläufe, gepaart mit einer unfassbar schrecklich klingenden Keyboardwand, die jede gute Songstruktur mit ihrem wahllosen Rumgeeier im Keim erstickt und das Material leider eher lächerlich wirken lässt. Parallelen zu CRADLE OF FILTH zu “Cruelty And The Beast” – Zeiten, DIMMU BORGIR im Mittelstadium oder CATAMENIA sind leider mehr als nur erkennbar, es scheint fast so, als hätte man sämtliche Lieblingssongs genannter Bands zusammengefügt und zu eigenem Material umfunktioniert.
Die Krone des Ganzen bildet der unfreiwillig komische, klare Gesang, der wie von einem an Schnupfen erkrankten Opernsänger dargeboten wirkt, und anscheinend die ansonsten in typischer GRAVEWORM-Manier (Wechselbad aus tiefen Growls und genreüblichen Grimvocals) gehaltenen Gesangslinien auflockern soll.

Was ich allerdings dann doch zugeben muss, ist, dass “Stone Cold” Steve Austin, der neben seiner Mentorfunktion sogar noch die Regler im Studio bedient hat, der Platte einen wirklich netten und angenehm mächtig produzierten Sound verpasst hat. Denn die Momente, die “Decaying Recollections” zumindest halbwegs eigenständig wirken lassen, wie beispielsweise gelegentliche Einsprengsel im Akustikgitarrenformat, kommen dadurch immerhin vollständig zur Geltung.

Wer nicht genug von melodischem, keyboarddominiertem Black Metal der Mittneunziger bekommen kann, soll hier ruhig zugreifen, meine “Metalwelt” haben DECEMBER´S COLD WINTER allerdings nicht einmal anvisieren können.

10.10.2006

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