Deliverance - River Disturbance (Collectors Edition)

Review

Es war nicht leicht für Jimmy P. Brown II, als er im Jahr 1994 das “River Disturbance“ Album veröffentlichte, nachdem er 8 Monate im Studio verbracht hatte und die Plattenfirma langsam ungeduldig wurde. Von den Fans wurde das Album in der Luft zerrissen, erwartete man doch weiterhin den von der Band gewohnten Speed-Metal ohne irgendwelche großen Experimente. Aber gerade diese Experimente trieben Jimmy dazu, dieses Album zu schreiben. Was daraus wurde, war seiner Zeit einige Jahre voraus. Erst etwa zehn Jahre später wurde die wahre Klasse des Albums erkannt, wie Jimmy auf einem der Bonustracks dieser Neuauflage verrät.

Da ich im Jahre 1994 noch weit davon entfernt war, mit Metal etwas am Hut zu haben, erinnerte mich das Album beim ersten Hördurchlauf zunächst an die Dänen COMMUNIC, und zwar ziemlich stark. Überlange Songs sucht man auf “River Disturbance“ aber vergebens, hier haben die Songs noch ein relativ handliches Format, sind in sich geschlossene Einheiten, welche sich aber dennoch im Kontext des Albums wie Puzzleteile zueinander verhalten. Auch wenn “Progressive“ drübersteht, rutschen die Musiker hier nicht in sinnlose Frickeleien oder in den übermäßigen Gebrauch von schiefen Rhythmen ab, sondern verbinden auf einem Album extrem viele verschiedene Einflüsse vom klassischen Heavy/Speed Metal der 70er Jahre über den Thrash der 80er, Pop, Balladen, wagen sogar Experimente mit Rap (“A Little Sleep“) und remixen den ersten Track des Albums – “Belltown“ – noch einmal als Bonustrack in elektronischem Gewand, welches dem Song seltsamerweise ebenfalls gut zu Gesicht steht.

Zur Instrumentalleistung und zur Produktion muss ich hoffentlich nicht viel sagen, denn die Jungs (bzw. der Junge) wissen genau, wann sie was einsetzen müssen, ohne überladen oder dünn zu klingen. Jimmy P. Brown ist für einen Großteil der Aufnahmen selbst verantwortlich und zeigt(e) sein feines Gespür dafür, Melodien in Szene zu setzen und die Instrumente genau da zu platzieren, wo sie notwendig sind. Lediglich das Schlagzeug klingt an einigen, wenigen Stellen etwas zu knallig, doch das fällt im Gesamtbild nicht wirklich ins Gewicht. Der glasklare Sound erinnert tatsächlich ein wenig an einen Fluss, allerdings ohne jegliche Störung.

Die neun Songs des ursprünglichen Albums wurden um einen bisher unveröffentlichten Song, einen Samplerbeitrag, welcher bisher auf keinem Album erschienen ist, einem Remix und einem Begleitwort von Jimmy P. Brown II selbst erweitert sowie in ein neues Artwork gepackt, welches meiner Meinung nach ein wenig kitschig wirkt. Faire Angelegenheit, vor allem wenn man bedenkt, dass das Album schon lange vergriffen ist und inzwischen selbst von damaligen Kritikern zum besten Werk der Band gekürt wurde.

08.11.2008

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