Dethonator - Race Against The Sun (Pt. I)

Review

Das ging recht schnell. Knapp drei Jahre nach dem letzten Album “Dethonator” stehen die Briten von DETHONATOR nun mit ihrem vierten Longplayer “Race Against The Sun (Pt. I)” auf der Matte. Eigentlich mit ihrem fünften Album, das Debüt wurde von der Band 2010 aber noch einmal neu eingespielt. Wie unterscheidet sich “Race Against The Sun (Pt. I)” von den anderen Alben, der seit 2009 unter dem Banner DETHONATOR firmierenden Band? Nach dem ersten Durchlauf ist sofort klar, es geht progressiver als zuletzt zu Werke.

Proggy, aber nicht weniger Power Metal

Ist das Album deshalb weit weg vom typischen Power Metal, oder gar unhörbar? Nein, gewiss nicht. Es bestimmen nach wie vor die typischen Melodie-Parts der Gitarren ebenso das Geschehen, wie der Gesang von Tris Lineker. So weit, so gut. Der größte Unterscheid zu den voran gegangenen Alben ist sicherlich, dass DETHONATOR auf “Race Against The Sun (Pt I)” insgesamt etwas vertrackter zu Werke gehen, wie gleich der erste Song “When Lucifer Fell” zeigt. Die Nummer besteht aus vielen verschiedenen Parts, die den Hörer durchaus fordern. Hinzu kommt, dass man den Chorus des Songs definitiv öfter hören muss, damit er im Ohr bleibt. Durchaus mutig von den Jungs den Song an den Anfang der Platte zu stellen, hätte man doch eher eine flotte, leicht verdauliche Power-Metal-Nummer erwartet. Auf der anderen Seite haben DETHONATOR so genau die Aufmerksamkeit, die sie für die folgenden Stücke benötigen, denn es gibt viel zu entdecken auf “Race Against The Sun (Pt. I)”. Da wäre zunächst einmal die vorab ausgekoppelte Single “Nightmare City”, die schon auf der letzten Tour ein absolutes Highlight gewesen ist. Auch im Albumkontext ist das Stück ein definitives Highlight. Man kann sich dem treibenden Strophenrhythmus eben nur schwer entziehen, und wenn der Refrain einsetzt, ist es um einen geschehen. Fäuste in die Luft und mitgebangt.

Abwechslung ist Trumpf

DETHONATOR schaffen es ihren Kompositionen immer wieder neue Facetten hinzu zu fügen. So kommt ein weiteres Highlight (“Ghost Of The Rolling Horizon”) im smarten 3/4-Takt daher und versteht es hervorragend die Lyrics musikalisch zu tragen. Auch “Ulflag” hat einen deutlichen AMON AMARTH-Einschlag, was nicht nur an den von Basser Adam gegrowlten Vocals liegt (das macht er bei vielen Songs). “Ulflag” ist eine im Refrain typische Power-Metal-Nummer, die aber vor allem auch von dem Wechselspiel der Stimmen von Tris und Adam lebt und ansonsten einen eher moderneren Anstrich hat. Schön groovig. Muss sich einem aber auch erst erschließen durch mehrmaliges Hören. Gleiches gilt für die restlichen Nummern, wie “The Hangman”, die alle durch cooles Riffing überzeugen können. Dabei verbirgt sich kurz vor Schluss mit “Terror By Night” noch eine knackige, straighte Nummer, die die Haare erneut von Sekunde eins an fliegen lässt.

Ein Kandidat für die Top Ten 2019

Unter dem Strich bringen DETHONATOR mit “Race Against The Sun (Pt.I)” schon einen frühen Kandidaten auf die Jahres Top Ten heraus, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken muss. Hier wird dem Hörer viel Subtiles geboten, was die Scheibe sehr abwechslungsreich macht. Fein ausarrangierte Melodien, Riffs, die nicht ausgelutscht sind und oben drein viele verschiedene Einflüsse machen “Race Against The Sun (Pt.I)” zu einem Highlight. Fans von Truppen wie MYSTIC PROPHECY, die weitab vom 08/15-Metal sind, sollten hier definitiv reinhören.

05.02.2019

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1 Kommentar zu Dethonator - Race Against The Sun (Pt. I)

  1. BlindeGardine sagt:

    Ziemlich gutes Album und für Power Metal tatsächlich recht unkäsig. Gefällt mir!

    8/10