Diablo Blvd. - "Zero Hour"

Review

Galerie mit 19 Bildern: Diablo Blvd - Rockharz 2018

DIABLO BLVD. aus Belgien sind mit neuem Album da. „Zero Hour“ setzt den bisherigen Kurs alles in allem fort, wobei die Elemente des klassischer Weise als klassischer Rock Bezeichneten etwas weiter reduziert wurden. Geboten wird auf „Zero Hour“ abwechslungsreicher und moderat moderner, grooviger Metal, dessen Wurzeln im Mittneunziger-Sound sich zum Licht strebend zur schützenden Hecke vor der allzu dicken Prolo-Hose verflechten. Plumpes New-Generation-Geshoute und demonstrative Break Downs der puren Geste wegen fehlen.

DIABLO BLVD. erinnern an (etwas) früher

DIABLO BLVD. gelingt es vielmehr, ohne altbacken zu wirken, deutlich an früher zu erinnern, dabei aber nicht Scheiße auszusehen. Und das ist mit solcher Musik gar nicht so einfach. Denn zumindest die Dunkel-Okkulten der 70er-Hippies haben ja mittlerweile einiges an Credibility aufzuweisen – wie 1995 will allerdings heute keiner mehr aussehen.
Im Detail prägen sich vor allen die ersten Songs von „Zero Hour“ ein. „Animal“ kombiniert einen KORN-Bass mit FEAR-FACTORY-Riffing und einem melodisch-einprägsamen Refrain. Und in „Sing From The Gallows“ packt Sänger Alex Agnew zu erneut vom Bass dominierten und von elektronischem Beat getriebenen Riffs irgendwann die (leicht verfremdete) Pathos-Röhre aus – wobei die stimmlichen Parallelen zu DANZIG, VOLBEAT oder THE CULT auf „Zero Hour“ insgesamt weniger deutlich als zuvor zu erkennen sind. Was durchaus bedauert werden darf.

Und „Zero Hour“ ist ein gelungenes Album

In „You Are All You Love“ hingegen oder auch „Like Rats“ und einigen Weiteren erinnern sowohl Agnew als auch seine instrumentale Crew an eine leichtere und phasenweise hektischere Version von TYPE O NEGATIVE, der in letzter Instanz Häuserschluchten-Blues und Heroin abgehen. „00:00“ wiederum beschwört tief gestrichenes mitternächtliches SABBATH-Flair ganz ohne verzerrte Gitarre oder Gesang. Und „Summer Has Gone“ schließlich flirtet zum Teil rhythmisch so dezent und doch erkennbar mit TOOL wie der dunkle Pin am Revers der liebsten Ausgeh-Jacke.
So denn. DIABLO BLVD. sind eine gute, eine versierte Band. „Zero Hour“ ist eine geschmeidig komponierte, einprägsame und zupackende Platte, die 20 Jahre zurückschaut und sich doch im Heute zurechtzufinden scheint. Deshalb in Ekstase auszubrechen, das ist da letztinstanzlich – zumal im Vergleich zu den vorherigen Werken – sogar verzichtbar.

28.09.2017

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