Divided Multitude - Divided Multitude

Review

DIVIDED MULTITUDE aus Norwegen legen ihr selbstbetiteltes, sechstes Album vor. Das Quintett gilt als Underdog des Prog Metal, als zu Unrecht unterschätzte Band des Genres. Und auch, wenn man der Band ihre Qualitäten nicht absprechen kann, wird „Divided Multitude“ kaum etwas an diesem Status ändern.

Aus irgendeinem Grunde werden DIVIDED MULTITUDE oft mit DREAM THEATER verglichen, was jedoch – zumindest im Falle des neuen Albums – ziemlicher Käse ist. Diese beiden Bands haben wirklich wenig gemeinsam – nur weil Prog Metal drauf steht, steckt noch lange kein DREAM THEATER drin. Wenn schon Namen fallen gelassen werden, so sollten es doch am ehesten SYMPHONY X sein. Denn wenn man das vorliegende Album und die späteren Werke der US-Amerikaner – beispielsweise „Underworld“ – gegeneinander hört, merkt man, dass die Ähnlichkeiten mindestens mal auffällig sind, vom Songwriting über den angerauten, kraftvollen Gesang von Sindre Antonsen bis hin zu den krummen Takten, die sich im Falle „Divided Multitude“ jedoch meist auf die Breaks und die Instrumentalparts beschränken. Der große Unterschied ist, dass bei SYMPHONY X das alles noch ein bisschen flüssiger und frischer, will sagen: überzeugender klingt, während DIVIDED MULTITUDE mit einigen Längen zu kämpfen haben. Technisch gesehen können die Norweger locker mithalten, das Riffing und die Rhythmik zeigen jedenfalls, dass die Herren durchaus was drauf haben. Aber Technik ist eben nicht alles im Prog.

Zwar haben die Norweger ein paar wirklich nette Songs in petto, „Proud“ beispielsweise ist eine gelungene, atmosphärische Ballade, die mit ihren ergreifenden Gesangslinien AOR-Luft schnuppert, das einleitende „Immortal“ lässt durch seine Aggressivität ebenfalls aufhorchen. Doch das Grundgerüst, auf dem DIVIDED MULTITUDE ihren Prog Power Metal aufbauen, wird nach spätestens drei Songs so berechenbar, dass das Album einfach nur langweilt. Die hervorragende, druckvolle Produktion sorgt zwar für eine gute Hörbarkeit, aber DIVIDED MULTIDUTE machen wenig daraus. Das ist extrem schade, denn die Spielweise der Norweger ist wie bereits erwähnt superb – wie nicht anders zu erwarten von einer Band, die seit 20 Jahren aktiv ist. So bleibt ihr selbstbetiteltes Album leider nur im qualitativen Mittelfeld. Um aus dem Sumpf der progressiven Mittelmäßigkeit herauszukommen braucht es doch etwas mehr. Ein paar krumme Takte und mäandernde Synthies machen eben noch keinen großen Prog. Nach 20 Jahren im Geschäft sollte man das eigentlich wissen …

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10.12.2015

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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