Down In Shades - ...We Rise

Review

Genrebezeichnungen gibts, die gibts gar nicht. Tatsächlich beweisen heutzutage viele Bands mit oft fragwürdigen Bezeichnungen ihrer Musik die größte Kreativität – wobei die Musik oft genug keines eigenen Genres bedarf, ja keines verdient. Heavy Doom ’n‘ Roll ist der Genrestempel, den die Dresdener DOWN IN SHADES ihrer Musik aufdrücken. In diesem Falle ist die Bezeichnung für ihren Mix aus Stoner Rock und Doom Metal durchaus treffend, zumal die Band erfreulicherweise nicht den Fehler macht, der Genrebezeichnung mehr kreativen Aufwand beizumessen als der Musik.

Die EP „…We Rise“, die mit über 40 Minuten schon Albenlänge hat, ist die zweite Veröffentlichung der Gruppe; zuvor ließen sie mit ihrem Demo „By Your Grave“ von sich hören.
Mit „Eyes & Visions“ beginnt die Platte ruhig, fast verträumt. Drei Minuten dauert es, da wird die atmosphärische Gitarrenmelodie von rockigen Riffs abgelöst, um zum Ende hin wieder zurückzukehren – und nochmals abgelöst zu werden. Das Intro bietet als reines Instrumental einen guten Einstieg in die Platte, ist aber mit acht Minuten eindeutig zu lang. Hier wäre weniger mehr gewesen. Die folgenden Songs, fünf an der Stückzahl, sind sich in ihrer Eigenart alle recht ähnlich. Oft riff-, immer gitarrendominiert, mit angenehm dumpf-dröhnenden Bass versehen, der, so geschehen am Anfang des selbstbenannten Tracks „Down In Shades“, in Abwesenheit von Gitarren auch mal die Leadrolle übernehmen darf.
Der Gesang kommt mal im hypnotisch klaren Gewand daher, mal als Growl oder einfaches Schreien. Wirklich aggressiv werden die Vocals allerdings nie, das allerdings ist nur songdienlich: Anstatt herauszustechen fügen sie sich nahtlos ins Gesamtbild ein und tragen somit zur atmosphärischen Wirkung bei. Der letzte Song „Grief & Despair“ ist die Krönung der Platte. Hier verschmelzen schmissiger Rock und atmosphärischer Doom auf die gekonnteste Art und Weise. Im Gegensatz zu den anderen Stücken liegt hier mehr Gewichtung auf dem Gesang, was diesem Song allerdings nur gut tut. Die Vocalmixtur, die bei „Grief & Despair“ verwendet wird, hörte ich gerne in mehr Stücken von DOWN IN SHADES.

Insgesamt ist „…We Rise“ eine runde Sache geworden, die Liebhaber der Genres – (Stoner)Rocker und Doommetaller gleichermaßen – ansprechen sollte. Der erdig-trockene, stellenweise fast staubige Sound tut sein übriges, um die EP in einem guten Licht darstehen zu lassen. Wenn DOWN IN SHADES sich auf der nächsten Veröffentlichung, die dann hoffentlich ein vollwertiges Album wird, auf ihre Stärken besinnen und Schwächen wie den Verlust der Atmosphäre eines Stücks auf Dauer ausmerzen, kann da wirklich noch was draus werden. Bis dahin reicht es für sechs Punkte mit Potential nach oben.

21.01.2008

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