Eibon (Fra) - Entering Darkness

Review

Bei dem Bandnamen EIBON muss ich – gedanklich bin ich halt schnell in Norwegen – an das Allstar-Projekt von Satyr, Fenriz, Maniac, Killjoy und Phil Anselmo denken, das auf der „Moonfog 2000“-Compilation mit einem richtig guten Thrash/Black Metal-Bastard auffiel und danach außer einem halbfertigen unbetitelten Song leider nichts mehr von sich hören ließ. Um’s kurz zu machen: Das angesprochene Projekt hat mit „Entering Darkness“ NICHTS zu tun – aber das macht nichts, denn erstens machen mir auch die Franzosen von EIBON ziemlichen Spaß und zweitens gibt’s einen ähnlich beeindruckenden Bastard zu hören…

Dieser Bastard hört auf den Namen Doom/Sludge/Black Metal und ist fast 65 Minuten lang. Dass diese Spielzeit mit nur sechs Songs ausgereizt wird, liefert einen weiteren Hinweis zur Marschrichtung des Debut-Albums des Fünfers aus Paris. EIBON beschwören die Magie der Monotonie – und das meine ich absolut ernst!

Wer die eine oder andere Rezension meinerseits zu schlecht gelauntem oder „depressive suicidal“ Black Metal-Scheiben kennt, weiß, dass ich mit ausladenden und öden Stücken nicht leicht zu begeistern bin. Umso überraschter bin ich, dass EIBON es eben mit denselben Stilmitteln schaffen, mich so gut zu unterhalten. Die Kunst ist meiner Meinung nach – und hier möchte ich mal das Bild eines Sees bemühen -, einer glatten und vermeintlich ruhigen Oberfläche ein paar echt fiese Strömungen zur Seite zu stellen.

In Musik übersetzt heißt das in diesem Fall, dass sich wiederholende Figuren (Orgelpunkte) durch Modulationen in weiteren Gitarrenstimmen oder durch Geschehen am Schlagzeug eine Dynamik erhalten, die zwar einerseits sehr ausladend ist, andererseits stetig und unaufhaltsam ihre Geschichte erzählt. So wird „Entering Darkness“ zu einer pechschwarzen Walze, die im Wesentlichen aus sehr Sludge-lastigem Doom besteht, von schwarzmetallischen Ausbrüchen durchsetzt ist (selbst die Blastbeats wirken wie in Zeitlupe) und so irgendwo zwischen den beiden Extremen Doom/Drone und Black Metal seine eigene Nische „fies“ besetzt.

Einzig das Schlagzeug klingt in meinen Ohren etwas zu schwach, etwas zu wenig präsent – und so kann „Entering Darkness“ seine beeindruckende Wirkung (noch) nicht ganz entfalten. Für ein Debut ist dieser Silberling jedoch echt eine Duftmarke, von der sich viele viele monotone Bands eine dicke Scheibe abschneiden können.

21.01.2011

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