Elden - Nostromo

Review

Wenn man den Bandnamen ELDEN in die gängigen Suchmaschinen einkloppt, findet man vieles: Norwegische Wintersportler, das Videospiel „Elden Ring“ und das gleichnamige 2.000-Seelen-Kaff in der Nähe von Arnhem, aber nicht die Band. Das liegt daran, dass das Quartett vorher selten in Erscheinung getreten ist. Gegründet 2012 im schwedischen Karlstad, 2016 das Debüt „Death And Fear“ veröffentlicht und 2018 STONED JESUS in Zagreb supportet. Nun erscheint also das Zweitwerk „Nostromo“ bei Fuzzorama, was wohl mehr Aufmerksamkeit bringen wird.

Vielfalt

Das Quartett versucht sich nach eigenen Angaben an MASTODON, BARONESS und THE SWORD, sowie an „klassischen“ Bands aus den 1970er und 1980er Jahren. Es fließen dabei auch Elemente des epischen Dooms ein. Dabei fahren sie aber nie eine Retro-Show, sondern haben eine angenehm frische, dynamische Produktion, welche die Angelegenheit auch für Stoner interessant machen sollte. Der Sound passt wesentlich besser zu den Songs, die um Vielschichtigkeit bemüht sind. Grob lassen die sich in zwei Kategorien einteilen: Da wären Songs, die komplexer aufgebaut sind und sich durch ihre Experimentierfreude auszeichnen: In ‚Fossilised‘ etwa arbeitet man mit ungewöhnlichen Taktarten. Dem gegenüber stehen Lieder, die kürzer und fokussierter sind. ‚Anubis‘ ist hier zu nennen. Die Grenzen sind aber oft fließend.

Gute Riffs von versierten Musikern

Aus den Songs stechen hauptsächlich die Riffs hervor. Sie sind langsam und schwer und bilden oft die Grundlage für einen Song, wie in ‚Heavy Rain‘ oder dem Titeltrack. Dies kann im Fall von ‚Creatures Follow‘ aber auch irreführend sein, so ist der Einstieg doomig und die Strophen im Thrash gehalten. Das Finale ‚Two-faced Wizard‘ greift diese Idee auch auf und beendet das Album mit einigen vorzüglichen Soli. „Nostromo“ profitiert vor allem von der Klasse seiner Musiker. Alexander Huss veredelt die Songs mit seinem Gesang, wobei ihm in den schnelleren Passagen aber der Dampf fehlt. Zwar gibt es auch eingängigere Teile, der Refrain von ‚Sail And Saviour‘ taugt als Beispiel, diese sind aber deutlich in der Unterzahl und werden von den abgehackten Rhythmen ausgebremst, um wirklich eine mitreißende Wirkung zu entfalten.

ELDEN verlassen nicht ihre Komfortzone

„Nostromo“ ist gewiss kein schlechtes Album. Die Schweden zeigen hier, dass sie ein Gespür für gute Ideen haben, was in guten Ansätzen mündet. Aber um wirklich das Banner progressiv zu erhalten, hängen sie zu sehr an ihren Basis-Sound. Das ist der große Unterschied zu den Referenzen, es fehlt oft an spürbarer und radikaler Abwechslung. Zudem lassen sich oft mitreißende Momente vermissen, die zu einer intensiveren Befassung motivieren. Was sich als Knackpunkt des Albums herauskristallisieren könnte, ist die Sperrigkeit. Somit ist „Nostromo“ eine interessante Platte hauptsächlich für diejenigen, die sich von den Referenzen angesprochen fühlen.

17.01.2020

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2 Kommentare zu Elden - Nostromo

  1. nili68 sagt:

    Das klingt wirklich gut. Mal im Auge behalten..

  2. ClutchNixon sagt:

    Hab ich Bock drauf!