Endseeker - Coffin Born

Review

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Wir hätten uns gewünscht, dass ENDSEEKER ihr Ende noch nicht gefunden hätten. Doch leider haben die Hamburger andere Pläne und veröffentlichen nach nur zwölf Jahren Bandgeschichte, vier Alben und einer EP ihr letztes Lebenszeichen. Mit der EP „Corrosive Revelation“ fing 2015 alles an, und mit der EP „Coffin Born“ soll anno 2026 alles enden. Vorher gibt es noch einige Gelegenheiten, die Jungs live zu sehen – bevor am 12. Dezember im bereits ausverkauften Hamburger Knust der letzte Vorhang fällt.

ENDSEEKER hören auf

Warum es so schade ist, dass ENDSEEKER aufhören, wird schon bei den Lyrics von „Enemies Of Peace“ klar: Wie viele Todesblei-Bands dieser Couleur gibt es, die textlich nicht nur von Tod, Verderben und Zombies singen, sondern auch klare Statements gegen die aktuell grassierende „Blaubraunisierung“ der Gesellschaft setzen? Frontmann Lenny Osterhus nimmt in dem Song kein Blatt vor den Mund. Da seine Growls zu den besser verständlichen gehören, kommt die Botschaft spätestens am Songende an.

Doch auch musikalisch lassen die Hanseaten nichts anbrennen: Die Band sägt, scheppert und ballert sich durch die EP, dass es eine Freude ist, zuzuhören. „Enemies Of Peace“ hat passend zum Thema eine punkig-rotzige Schlagseite. Der Titeltrack ist klassisches Stockholm-Death-Material made in Hamburg. Besonders stimmungsvoll sind die eingesetzten Sirenen, die eine bedrückende Untergangsstimmung erzeugen.

Don’t Hassel The Lord

„Life Breeds Death“ ist der zweitlängste Song, den ENDSEEKER je geschrieben haben – nur „Nemesis“ von „Global Worming“ ist sieben Sekunden länger. Entsprechend viel passiert in dem Track, der in den Strophen ein Midtempo-Monster ist und in Bridge und Refrain mit fiesen Leadgitarren punktet. Die instrumentalen Zwischenspiele wirken beinahe progressiv.

Es ist fast ungebrochene Tradition, dass eine Coverversion auf eine ENDSEEKER-Veröffentlichung gehört. Mal wilderten sie im eigenen Genre und interpretierten ENTOMBEDs „Supposed To Rot“ oder BOLT THROWERs „Powder Burns“, aber mit „Escape From New York“ musste auch schon ein Filmsoundtrack dran glauben. Für die finale EP hat die Truppe den DAVID HASSELHOFF-Track „True Survivor“ durch ein HM2-Pedal gejagt und für das Maximum an Cheese LORD OF THE LOST-Sänger Chris Harms ans Mikrofon geholt. Unerwartet, aber verdammt cool – und ein weiterer Beweis dafür, wie unnötig engstirniges Gatekeeping ist.

„Coffin Born“ schließt eine sehr gute Diskografie ab

Kein Output von ENDSEEKER ist bei uns unter acht Punkte gefallen – und das zu Recht. Alle Werke haben ihre Qualitäten, und so ist es auch mit „Coffin Born“. Die Metalwelt wird ab 2027 um eine großartige Band ärmer sein. Wir verneigen uns und bedanken uns für die tollen Momente und die wunderbare Musik!

12.06.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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