Ephemera's Party - Lamento Ostinato

Review

Bei diesem auf den ersten Blick seltsamen Bandnamen schwante mir nichts Gutes.
Die Reaktion nach dem Gebrauch eines Lexikons fiel schon anders aus. `Ephemeroptera´ ist die gemeine Eintagsfliege. Die Vorstellung einer Eintagsfliegenparty ist durchaus sinnreich und witzig. Lebewesen, deren Leben nur einen Tag andauert (stimmt eigentlich nicht, aber gehen wir mal von diesem weit verbreiteten Irrtum aus), müssten es an dieser Party richtig krachen lassen, zumindest ist es ja ihre erste und einzige Feier. Sie feiern sozusagen ihr gesamtes Leben lang (wie Lemmy eben…). Oder sehen sich die fünf Südbadener eher als Eintagsfliegen im musikalischen Sinn?
Brauchen sie eigentlich nicht, liegt die Bandgründung schon 17 Jahre zurück. Keine Fliege überlebt so lange, erst recht nicht im Musikbusiness.
Auf ihrer vierten Full-Length Veröffentlichung haben sich EPHEMERA’S PARTY dem ultimativen, musikalischen Trendkill verschrieben. Dies ist so zu verstehen, dass sich EPHEMERA’S PARTY zwischen alle Stühle setzen und in keine musikalische Schublade passen wollen. Der Fünfer bewegt sich im Terrain zwischen zeitloser Rockmusik, treibenden Metalparts, feinen Instrumentalleistungen und einer Prise bluesigem Rock’n Roll. Diese leitet sich durch den kraftvollen und sehr charismatischen Gesang von Thomas Rosenmerkel her. Der Mann hat definitiv Power in seinen Stimmbändern!
Garniert werden die Vocals durch ein bluesig-rock’n rolliges Soundgerüst, das aber immer für eine Überraschung gut ist: Interessanter, mehrstimmiger Gesang im Refrain von „Ostinato Mind Pt.1“, groovendes Riff und geiles Solo in „Born Again A Frog“, geiles Bassgezupfe in „Depression – Box“, eingängige Hooks in „High Horses“ Geschwindigkeitsausbruch in „The Couldhaves & The Shouldhaves“, deutsche Texte in „Sei Mein Feind“ oder die Bläser in „Ostinato Pt.2“ – die Party auf Lebenszeit scheint hörbare Spuren hinterlassen zu haben. Im positiven Sinne natürlich.
Die Songs klingen selten überladen oder chaotisch – alles in allem ergibt das Resultat ein vergleichsweise homogenes Gesamtbild.
Der charismatische Gesang, die interessante Stilvermischung, die Songstrukturen, die verzockte Gitarrenarbeit (oft scheinbar im Hintergrund), die abgedreht vertrackten Rhythmen – all das macht „Lamento Ostinato“ zu einem überdurchschnittlichen Album. Lediglich gegen Ende hat die Platte einige Längen, was man bei der satten Spielzeit nicht wirklich schlimm ist.
An alle toleranten Fans progressiver Rockmusik und Feinde von Easy Listening Musik: Leiht dem Album mal ein Ohr, es lohnt sich!
Nicht kaufen könnt ihr es dann immer noch…

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28.02.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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