Equilibrium - Erdentempel

Review

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Jede Band birgt Assoziationen, die dem Hörer sofort in den Sinn kommen, wenn man an sie denkt. Bei EQUILIBRIUM denke ich als Allererstes an Bier – nicht zuletzt, weil die Band sehr oft darüber redet, es einvernehmlich gerne trinkt und sogar Lieder darüber schreibt. „Erdentempel“ legt den Vergleich dazu quasi selbstredend nahe.

Das kleine Einmaleins des EQUILIBRIUM-Brauens

Um das erdige und bernsteinfarbene EQUILIBRIUM-Musikgebräu zu erhalten, benötigt man im Prinzip drei Zutaten: Liebe zur Natur, eine Würzmischung aus Epik und Bombast und nicht zuletzt die Feder von René Berthiaume als Songwriter. Grundlage für das Wirken der Musik ist der Spaß am Leben – EQUILIBRIUM sind eine der wenigen Bands, die mit ihrer positiven Stimmung überzeugen und deren Optimismus und Reiz dabei in keiner Weise aufgesetzt wirkt. Man bekommt gute Laune, sieht das Leben mit einem Augenzwinkern, schaut genauer hin und erfreut sich an Dingen, die man in der heutigen Zeit doch schnell mal übersieht. Thematisch fährt „Erdentempel“ mit recht unzusammenhängender Vielfalt an Themen auf, kann jedoch trotzdem fast im gesamten Durchlauf bei Laune halten.

Der Vorgang – vom Schlager zum Pagan Metal

Nach dem equilibrischen Reinheitsgebot geht es ans Werk: „Erdentempel“ klingt ganz klar nach EQUILIBRIUM. Dem von Skadi van Terror passenderweise gestalteten Kupferkessel entspringen wahlweise eine zwölf-Song-CD oder zwei Rohlinge, deren erster Teil mit den zwölf Songs zuzüglich einem Bonustrack bestückt sind und deren zweite Scheibe deren Instrumental-Versionen beinhaltet. Man vernimmt die seit „Sagas“ bekannte Stimmung, der Sound und die Instrumente überzeugen ab der ersten Dudelei und Robses Gesang wechselt neben den deathlastigen Growls neuerdings des Öfteren zum Cleangesang. Leider jedoch kann man diese Beobachtungen nicht für jede Spielminute bestätigen, gehen eben diese Qualitäten zuweilen etwas unter – an manchen Stellen versteht man Robse schlecht, als stünde er im Hintergrund; und auch der Bass und die Gitarren sind an mancher Stelle kaum herauszuhören, aber im Gesamten kann man hierüber hinwegsehen, da die Scheibe trotz kleiner Schwächen gut zündet.

Das Endergebnis – das EQUI-Bräu

Schließt man die Augen und lauscht den Klängen, befindet man sich in einer Art Mittelalter-Spektakel – zwischen Wanderungen durch den Wald („Waldschrein“) oder die Wüste („Karawane“), bei neuen Quellen, die irgendwie an einen Disney-Piraten erinnern („Wellengang“) oder beim schunkelnden Saufgelage im hiesigen Gasthaus („Wirtshaus Gaudi“). Als stärkster Song und ultimativer Anspieltipp der Platte ist „Waldschrein“ sehr zu empfehlen, obgleich dieser ja bereits auf der 2013 erschienenen EP „Waldschrein“ vertreten war und damit schon dem Einen oder Anderen geläufig sein dürfte.

Der „Abgang“ – Fazit zu „Erdentempel“

Gemischte Gefühle rufen die News hervor, die vor kurzem ihren Schatten über die Veröffentlichung des neuen Albums warfen: „Erdentempel“ ist die letzte Platte, bei welcher EQUILIBRIUM von den Gründungsmitgliedern Sandra und Andreas unterstützt werden. Da war es nur noch einer: Von der ehemaligen Erstbesetzung ist nun nur noch Mastermind René Berthiaume am Start. Die Neubesetzung an der Gitarre wurde gerade erst bekanntgegeben: „Dom“ (Dom R. Crey), auch bekannt durch NOTHGARD und WOLFCHANT, ist ab sofort neues Mitglied und unterstützt René, Robse und Hati an der EQUILIBRIUM-Front. Die Resonanzen zu diesem Wechsel und Umschwung sind verständlicherweise gespalten, was jedoch keine Auswirkungen auf die Reaktionen zum neuen Album haben sollte, denn zusammenfassend ist „Erdentempel“ wie ein gutes Bier: Bodenständig, bernsteinfarben, erdig und mit dem Epik-Anteil, den man sich beim ersten Schluck erhofft – aber auch spritziger und erfrischender als sein Vorgänger. Die Richtung ist klar erkennbar und die Kehle wird erfrischt, aber die neuen Zutaten bringen ungeahnte Töne zum Vorschein.

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21.05.2014

The world is indeed comic, but the joke is on mankind.

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