Eschatos - Hierophanies

Review

Für viele kleinere Bands, gerade aus metalbenachteiligten Ländern, sind Seiten wie Bandcamp ein Segen. Auch die Letten von ESCHATOS, die zuvor zehn Jahre als OCULARIS INFERNUM unterwegs waren, nutzen die Seite, um ihr Albumdebüt „Hierophanies“ unter die Leute zu bringen. Inmitten unsäglichen Schrotts ist die halbstündige Platte übrigens sogar eine Veröffentlichung, über deren Erwerb man nachdenken kann, wenn man progressiven Black Metal mag. Vor allem die Professionalität der wuchtigen, modernen und transparenten Produktion lässt da aufhorchen – leider weniger das, was das Quartett musikalisch auf dem Fünftracker verzapft hat.

Das ist nämlich noch relativ unausgegoren und lässt sich zu sehr von dem Anspruch leiten, anspruchsvoll zu sein. Aus diesem Kreislauf kommt man vermutlich schwer heraus. Nichts an „Hierophanies“ ist leichte Kost, stumpfes Gehacke, wie man das beim Terminus „Black Metal“ noch irgendwo vermuten würde, gibt es keines. Eher orientieren sich ESCHATOS an verkopft-orthodoxen Bands wie SECRETS OF THE MOON, gelegentlich auch an beliebigen Postrock-Größen, manchmal schleichen sich auch sludgige Einflüsse oder hier und da ein lupenreines Heavy-Riff inklusive Solo ein. Auch der Einsatz von unkonventionellem Frauengesang ist etwas, das ESCHATOS deutlich vom Black Metal abhebt. Das ist alles in allem spielerisch absolut sauber und durchaus mit Finesse umgesetzt.

Inmitten der drei überlangen Songs (plus Intro und hübsches Piano-Interludium) passiert aber insgesamt zu wenig Aufregendes, als dass man den Letten gleich eine große Zukunft voraussagen könnte. Muss ja auch nicht immer sofort die Welt sein – in ihrem Heimatland könnte sich das Quartett trotzdem einen Namen machen, wenn sie es schaffen, ein bisschen zielgerichteter zu Werke zu gehen. Wie das geht, haben sie gerade in der zweiten Hälfte des Kernstücks „Crusaders Of Sodom“ und mitunter im ziemlich zackigen „Erset La Tari“ durchaus gezeigt. Hört mal rein – ist immerhin legal umsonst.

03.06.2013

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