Everlast - Songs Of The Ungrateful Living

Review

Für die meisten wird der Name EVERLAST wohl immer mit seinem Mega-Hit „What It’s Like“ verbunden bleiben, der zugegebenermaßen auch von seinem stärksten Album stammt. Das sagen nicht nur die Verkaufszahlen, sondern allgemein hielt sich der Eindruck, dass Erik Schrody mit seinen Nachfolgewerken nicht mehr an die gleiche Form anknüpfen konnte, die er einst vorgelegt hatte. In meinen Augen hatte sich das aber spätestens mit seinem letzten Album „Love, War and the Ghost of Whitey Ford“ geändert.

Diesem energischen Werk folgen nun deutlich versöhnlichere Töne. „Songs Of The Ungrateful Living“ kennzeichnet sich vor allem durch eine Hinwendung zu Bluegrass, Country und Southern Rock, bis hin zu regelrecht poppiger Attitüde („The Crown“), ohne die markanten Gospel- und Soul-Elemente, die noch auf dem Vorgänger zu hören waren. Anders als dessen treibender und aufrührerischer Charakter hört man nun Songs wie „Long Time“, leicht, beschwingt, mit sehr lockerem Rhythmus, der einen dennoch mitzieht.
Trotz dieser zeitweisen Reduzierung und Neufokussierung glänzt auch EVERLASTs neuester Streich mit seiner bewährten und verfeinerten Rezeptur aus akustischer 6-String-Gitarre, Hip Hop Beats und Schrodys raukehligem Gesang, der solch schöne kleine Hits wie „I Get By“ und „Little Miss America“ bestimmt. „Even God Don’t Know“ ist ein weiterer Song, der die alten Qualitäten schön ausspielt.

„Songs Of The Ungrateful Living“ zeigt einen nachdenklichen aber auch gelassenen EVERLAST, der wieder näher am Nerv der Menschen sein möchte. Während Bruce Springsteen aktuell gegen Bänker wettert, und EVERLAST auf dem Vorgänger noch den Stein in der Hand hielt, sitzt er nun wieder beim kleinen Mann und teilt seine Sorgen und Nöte. Das Album ist eine Ode an die erodierende Mittelschicht Amerikas, an die alltägliche Frage von Gerechtigkeit, deren Schatten immer größer wird.

In den USA erschien das Album bereits 2011, die europäische Version enthält mit dem Rocker „Everybody Respects The Gun“ und dem beatstarken „Final Trumpet“ zwei unverzichtbare Bonustracks. Mit ihrem ganz anderen Vibe passen sie zwar vielleicht nicht zur Grundfärbung des Albums, werten es aber vor allem durch ihre Position ganz am Schluß noch einmal enorm auf. Gute Platte, die langjährige EVERLAST-Fans sicherlich nicht enttäuschen wird.

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12.03.2012

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1 Kommentar zu Everlast - Songs Of The Ungrateful Living

  1. Jens sagt:

    Gelunges Review und nachvollziehbar. Das Meisterstück ist EVERLAST hiermit nicht geglückt, nichtsdestotrotz sind einige Songs enthalten, die man gehört haben muss. Starkes Material, das den Kauf des Albums gerecht wird und mit jedem Spin zustimmendes Nicken erntet.

    7/10