Fountain of Youth - Love Letdown

Review

An dieser Veröffentlichung war ich besonders interessiert, da die Band direkt um meine Ecke wohnt, ich aber schändlicherweise zugeben muss, von ihnen akustisch bislang noch nix gehört zu haben. Dabei existieren FOUNTAIN OF YOUTH schon seit 2003, haben mit der Demo-CD „Memento Mori“ und der EP „Blind Faith“ zwei Einträge in ihrer Discographie stehen und zu manchem ihrer bisherigen Gigs hätte ich sogar laufen können. Nun soll also „Love Letdown“ der Einstieg sein und das gut dreiviertelstündige Longplayer-Debüt (erneut eine Eigenproduktion) der vier Badenser macht sich so gut, dass es nicht nur Lokalpatrioten zu empfehlen ist.

Irgendwo meine ich mal gelesen zu haben, FOUNTAIN OF YOUTH hätten ein bisschen zu viel DREAM THEATER gehört und das ist nicht mal von der Hand zu weisen. Es gibt aber auch schlimmere Orientierungspunkte und „Orientierung“ sollte hier besonders betont werden, denn das Quartett kopiert nicht, sondern entwickelt durchaus einen eigenen Fahrplan. Zunächst mal sind FOUNTAIN OF YOUTH wesentlich straighter unterwegs, ihre Kompositionen sind leichter nachvollziehbar, in Instrumentierung und Gestaltung aber dennoch hörbar progressiv. Allerdings garnieren sie ihre Stücke mit herrlich eingängigen Refrains und wunderbaren Melodien, die, wenn man sie einmal gehört hat, so schlecht aus dem Schädel bekommt wie den fiesen Kater nach Silvester. Nur dass das eine wesentlich angenehmer als das andere ist, versteht sich von selbst. FOUNTAIN OF YOUTH durchsetzen ihre Songs mit recht dominanten Keyboards, die an selige Kevin-Moore-Zeiten erinnern, die Rhythmusabteilung sorgt mit höllischem Bass und präzisem Schlagstockschwingen für ein formidables Fundament und der Mann an der Gitarre rifft sich ordentlich die Finger wund. Gerade die ersten beiden Songs, „In A Mighty Cage“ und „Runaway“, sind mit ihrer Verbindung aus harten Passagen und catchy Refrains exemplarisch für „Love Letdown“. Der Titeltrack selbst überzeugt mit einem herausragenden Refrain, während „Her Greatest Wish“ mit einem verdammt eingängigen Basisriff für Kopfnicken sorgt. Weitere Highlights sind das melancholische, halbballadeske „Neverending“ sowie das mit einem monströsen, kinoreifen Refrain gesegnete „The World Flight“.

Wer seinen Prog Metal etwas direkter und weniger Aspirin-fördernd mag, sollte die junge Truppe unbedingt mal antesten. Allerdings gibt es hier sicherlich noch etwas Raum für Verbesserungen. Und irgendwie beschleicht mich trotz aller Klasse das Gefühl, dass FOUNTAIN OF YOUTH auf „Love Letdown“ ihr Potential nur andeuten und noch zu weitaus mehr fähig sind. Wer weiß, was da noch alles auf uns zukommen wird. Ich bin gespannt!

27.10.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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