Frozen Crown - Winterbane

Review

„Es ist 2021 nicht einfach, eine Band zu sein. Wenn du eine italienische Metalband bist, ist es noch schwieriger“, vermelden FROZEN CROWN zur Veröffentlichung ihrer kürzlich erschienenen Scheibe „Winterbane“ auf Facebook. In den Augen dieses Schreiberlings hat italienischer Power und Symphonic Metal zumindest hier bei uns in Deutschland immer ordentlich abgeräumt. Aber klar, sie beziehen sich wohl eher auf die fehlenden Konzerte. Ein Grund mehr, sich im Studio zu verschanzen und das bereits dritte Album seit der Bandgründung 2017 einzuspielen.

FROZEN CROWN – Jung, kraftvoll, gutaussehend

Auch wenn die Band auf ihren Fotos so aussieht, als könnten die Mitglieder*innen auch Werbung für Haarpflegeprodukte machen und in Indie-Jugenddramen mitspielen, stecken dahinter talentierte Musiker und Musikerinnen. Das Gitarrenspiel von Federico Mondelli ist einwandfrei und pointiert immer wieder durch wohlgesetzte Soli. Sängerin Giade „Jade“ Etro erinnert mit ihrer kraftvollen Stimme beizeiten an Brittney Slayes von UNLEASH THE ARCHERS. Neuzugang an der Gitarre, Fabiola Bellomo, spielt ebenfalls so, als wäre sie schon jahrelang dabei.

„Winterbane“ legt mit zwei flotten Stücken los, bevor die erste Videoauskopplung „Far Beyond“ komplett in die Vollen geht und Fans des Hochgeschwindigkeits-Power-Metals vollends überzeugen sollte. Doch FROZEN CROWN belassen es im Laufe der zehn Songs nicht beim Schema F ihres Genres. So packen sie in „Crown Eternal“ auf einmal Shouts und eine männliche Klargesangs-Stimme aus. Erstere erinnern ein bisschen an Marcus Bischoff von HEAVEN SHALL BURN, aber solch ein Feature hätte man wohl promoted, daher steckt vermutlich Mastermind Mondelli selbst hinter beidem. „The Water Dancer“ ist anschließend ein fröhlicher Ohrwurm mit absolut griffigem Chorus.

Weiter geht es mit „Angels In Disguise“, in dem sich Etro mit Federica Lanna von VOLTURIAN, bei welchen Federico Mondelli ebenfalls mitmischt, ein Duett liefert. Lannas deutlich weichere Stimme bildet dabei einen guten Kontrast zu Etros kraftvollem Organ.

„Winterbane“ – Farbenfroh, fröhlich, fantastisch

Am Ende des Albums erwartet uns zum einen noch „Night Crawler“ und ja, es ist ein JUDAS-PRIEST-Cover. Etwas schneller gespielt als das Original, das natürlich über jeden Zweifel erhaben ist, verleihen FROZEN CROWN dem Stück einen neuen, sehr gelungen Anstrich. Der hält in Punkto Atmosphäre zwar nur bedingt mit dem Original mit, stellt aber trotzdem eine gelungene Hommage dar. Zum anderen überrascht das Album mit „Blood On The Snow“ als Longtrack-Rausschmeißer mit dem Vordringen in härtere Gefilde, welche der Band gut zu Gesicht stehen.

Zugegeben, nach den ersten zwei Stücken kam der Eindruck auf, dass FROZEN CROWN doch nur die nächste Italo-Power-Metal-Kapelle mit überdurchschnittlich guter Videosingle sind. Doch im Laufe des Albums wird man eines besseren belehrt. „Winterbane“ ist abwechslungsreich, gut geschrieben und macht Spaß. Klar, gelegentliche Gute-Laune-Keyboards, glatte Produktion und lächelnde Musiker*innen muss man abkönnen. Aber so schwer wie die Band eingangs behauptet hat, sollte sie es nach der Veröffentlichung dieses Krachers nicht mehr haben.

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02.05.2021

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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