Gargoyl - Gargoyl

Review

David Davidson ist Freunden des extremen Metals seit Jahren ein Begriff, mischt er mit seiner Hauptband REVOCATION doch ordentlich die lokale Szene rund um Boston auf. Dabei zitiert er Stilrichtungen wie Grindcore und Death Metal. Seit 2006 veröffentlicht die Band regelmäßig Alben, die allesamt Prädikate wie “schnell” und “brutal” verdienen. Mit seinem aktuellen Nebenprojekt GARGOYL beschreitet Davidson einen völlig anderen Weg. Schon der Opener “Truth Of A Tyrant” überrascht mit einem fast orchestralen Harmoniegesang und öffnet ein Tor zu einem progressiv-jazzigen Album.

“Gargoyl” ist schwer verdaulich

“Plastic Nothing” schleppt sich psychedelisch und gleichzeitig hektisch in die Gehörgänge, während sich Sänger Luke Roberts in bester Layne-Staley-Manier gibt. Durchsetzt wird der Song immer wieder von anspruchsvollen Breaks und Taktwechseln. Auch “Cursed Generation” und “Electrical Sickness” bedienen sich ähnlicher Stilmittel und einer Melodie, die sich mitnichten eingängig nennen lässt. Es empfiehlt sich also, die Platte nicht nur nebenbei laufen zu lassen.

GARGOYL sind wahre Virtuosen

In die Progressive-Kerbe schlagen bekanntlich einige Bands in ihren unterschiedlichsten Facetten. Denkt man an TOOL oder MESHUGGAH, lassen sich durchaus kreative Vergleiche zu GARGOYL ziehen. Immerhin spielen diese Gruppen mit ihren Einflüssen und ihrer Virtuosität und verleihen der Musik einen ganz eigenen Anstrich. Ohrwürmer wird man auf “Gargoyl” demnach vergeblich suchen und man muss sich schon in der passenden Stimmung befinden, um dieses Album an einem Stück zu genießen.

Verneigung vor einer ganzen Generation

Speziell Songs wie “Wraith” und “Ophidian” drängen sich dicht an frühere Werke der Grunge-Altvorderen ALICE IN CHAINS, wirken dabei aber nicht anbiedernd. Vielmehr scheint “Gargoyl” in seiner Gesamtheit eine Lobpreisung und technisch ausgezeichnete Wiederbelebung der Generation X darzustellen. “Ophidian” berührt mit einem ekstatischen Riff, das sich wie ein roter Faden durch den Song schlängelt. “Nightmare Conspiracy” beginnt viel zu modern, um als Post Grunge durchzugehen, trägt aber weiterhin ein Trauergewand mit viel Melancholie.

Bezaubernder Wahnsinn, der nicht nur Freunde finden wird

“Waltz Dystopia” löst das Versprechen ein, das der Titel gibt: ein schwankender Dreivierteltakter wie auf LSD. Hat man sich durch diese knapp sechs Minuten voller Disharmonie gekämpft, befindet man sich auf der Zielgeraden der Platte. Der Endspurt wird noch einmal flott und die letzten drei Songs warten mit flirrenden Gitarren und langgezogenen Vocals auf. Nebenbei findet sich auch ein träumerisch eingesetztes Saxophon, ein hymnisch inszenierter Chorus bleibt aber Fehlanzeige.

Alles in allem legen GARGOYL ein exzellent instrumentiertes und gesanglich brillantes Album vor, das aufgrund der stilistischen Eigenheiten nicht an die Heavy-Metal-Gemeinde adressiert ist. Auf Kosten der sparsam eingesetzten Melodien und sehr langen Songs wirkt das Album etwas zäh und bietet nicht genug Abwechslung, um eine größere Hörerschaft anzusprechen.

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14.10.2020

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