Ghost Brigade - Until Fear No Longer Defines Us

Review

Galerie mit 12 Bildern: Ghost Brigade - Tuska Open Air 2015

Wieviele Menschen sterben in genau diesem Augenblick, in dem ich diese Zeilen schreibe? Wieviele Tierarten verschwinden in diesem Moment aus dem Leben, nur weil der Mensch in seiner Gier unersättlich ist? Wieviel Leid geschieht auf der Welt genau in dieser einen Sekunde? Werde ich morgen noch genau derselbe sein der ich heute bin, oder werde ich überhaupt noch am Leben teilhaben können? Angst kann unser Leben bestimmen, denn Entscheidungen müssen getroffen werden, und jede unserer Entscheidungen, unser Handeln oder das Nichthandeln, erfordert Verantwortung zu übernehmen. Die Entscheidungen, die wir treffen, die Verantwortung, die wir übernehmen, sind unsere Wahlmöglichkeiten im Leben, und genau diesen Themen haben sich GHOST BRIGADE mit ihrem mittlerweile dritten Album gewidmet.

„Until Fear No Longer Defines Us“ führt den mit „Isolation Songs“ eingeschlagenen Weg konsequent fort und übertrifft mit einem makellosen Wechselspiel aus tiefer Hoffnungslosigkeit und auflodernden Lichtschimmern, die immer wieder für wohlige Gänsehaut sorgen, die große Erwartungshaltung sogar noch einmal um ein Vielfaches. Die Jungs um den charismatischen Sänger Manne Ikonen haben mit „Until Fear No Longer Defines Us“ ein emotional eindringliches Album veröffentlicht, das ähnliche Bands wie KATATONIA oder OPETH in letzter Zeit nicht erschaffen konnten, und unterstreichen damit ihren Ausnahmestatus völlig zu Recht. Was folgt ist eine Reise durch unser Bewusstsein.

Das Album beginnt mit „In The Woods“ ungewohnt ruhig mit akustischen Gitarren und unter die Haut gehenden Clean Vocals, bevor die Wogen mit dem folgenden „Clawmaster“ zum ersten Mal über den Zuhörer hereinbrechen und die gesamte Wirkungsbreite der Band eindrucksvoll unter Beweis stellt: Verzweifelte Growls, manchmal rauer, immer eloquenter und lebendig servierter Klargesang, ruhige Breaks, aufbrausende Passagen und hymnische Übergänge treiben die Tränen in die Augen und bescheren ein Hochgefühl der Sinne, das schließlich im erneut ruhigen und fast schon alternativem „Grain“ und dem eigentlichen Highlight des Albums gipfelt: „Breakwater“. Trotz einer Spiellänger von knapp neun Minuten ist dieser Song keine einzige Sekunde zu lang und verzaubert nicht nur mit den typischen Stilelementen, die die Finnen so einzigartig machen, sondern darüber hinaus mit einem doomigen Mittelteil und unbeschreiblich schönen Melodielinien, die das Prädikat „episch“ tatsächlich verdient haben. Genau in diesem Punkt liegt die übermächtige Stärke von GHOST BRIGADE: Trotz Atmosphäre, Tiefe und sämtlichen Spannungsbögen bilden diese wunderschönen, immer berührenden Melodien den zentralen Kernpunkt, der die Musik der Finnen harmonisch und authentisch macht.

„Until Fear No Longer Defines Us“ ist ein Album, das leidenschaftlicher, überraschender, ruhiger, aufwühlender und mitreißender einfach nicht sein könnte, und nach einem Durchlauf noch einmal, noch einmal und noch einmal gehört werden möchte. GHOST BRIGADE haben den verdienten Erfolg von „Isolation Songs“ wiederholen können. „Until Fear No Longer Defines Us“ ist ein klarer Favorit auf das Album 2011.

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13.08.2011

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17 Kommentare zu Ghost Brigade - Until Fear No Longer Defines Us

  1. Laniakea sagt:

    10/10 bwahahaha. Fail.

  2. Hans-Hubert sagt:

    Na aber echt. Einen eigenen Geschmack zu haben und auch mal vor Begeisterung durch die Decke zu gehen. Wie ist DER denn drauf? Pfui, Jens, schäm dich. Epic Fail, mindestens!

  3. Laniakea sagt:

    Ganz einfach deshalb, weil diese 10/10 Hyperei ein Schmarrn ist. Bei der Bewertung muss man davon ausgehen, dass das ein Meisterwerk ist, im Grunde aber wiederholen sich Ghost Brigade einfach nur selbst. Ist ja schlimmer als bei Amon Amarth.

  4. akula sagt:

    An der Kritik von katharzis. ist auf jedenfall etwas dran. Auf jedenfall eine der überhyptesten Bands der letzten Jahre, besonders hier, obwohl die letzten beiden Platten viel Eigenständigkeit hatten vermissen lassen. Als tiefgründig empfand ich deren Musik überhaupt nicht, eher sehr oberflächig. Kaum wirklich komplexe Songstrukturen, immer gleiche Songschemata und der Gesang war weder clean, noch growlend großartig variabel. Eher schwarz-weiß. Dabei wussten gerade die Clean-Vocals zu nerven, die auch immer gleich wehleidig klangen – dabei eher pseudo, als wirklich tiefgreifend.

    Nunja, so werde ich sie live und auf cd bald erleben, mal schauen, was das neue Album verspricht. Vielleicht ja wirklich eine Besserung!? Nach den ersten Hörproben leider noch immer eine Enttäuschung. Mal ganz ehrlich, Ikonen klingt viel zu sehr nach ner austauschbaren NewMetal Stimme der letzten Jahre. Sie verdirbt den Sound und vorallem die Tiefe. Für mich überhaupt nicht erträglich. Aber warten wir es ab..

  5. headbang666 sagt:

    Ist nicht meine Musik. Aber wenn die Redaktion von diesem Album begeistert ist, scheint doch etwas am „Hype“ dran zu sein. Oder? 😉

  6. Christian sagt:

    „[..] haben mit „Until Fear No Longer Defines Us“ ein emotional eindringliches Album veröffentlicht, das ähnliche Bands wie KATATONIA oder OPETH in letzter Zeit nicht erschaffen konnten“

    Warum hast du dann der letzten Katatonia Platte auch 10 Punkte gegeben? Das Album wurde zwar, auch wenn ich 4-5 Hördurchgegänge dafür gebraucht habe, zurecht von der Fachpresse für „Gut“ empfunden, aber 10 Punkte waren auch damals schon total übertrieben.

    Auf der anderen Seite würde mich aber auch interessieren, wie oft meine Vorredner das neue GB-Album angehört haben, welches erst am Freitag veröffentlicht wird, um hier ein Statement abzugeben? So zwei bis dreimal habt ihr das hoffentlich schon angehört,um euch eine neutrale Meinung zu bilden oder seid ihr genauso voreilig und vom persönlichen Musikgeschmack getrieben, wie Jens?

  7. Laniakea sagt:

    Ich hab die Promo fürn andres Mag 😉

  8. Jens sagt:

    @ sabbaloth: Ich glaube du verwechselst mich mit jemandem. Die letzte KATATONIA hat von mir knappe 6 Punkte bekommen. Und „Until Fear No Longer Defines Us“ läuft bei mir seit Wochen rauf und runter; gute 60 – 70 Durchläufe dürfte ich bereits haben. Insofern stehe ich – wie immer – voll und ganz hinter dem was ich geschrieben habe. GHOST BRIGADE haben ein weiteres Meisterwerk vollbracht. Meine hohen Erwartungen wurden mehr als nur übertroffen.

  9. nightstalker sagt:

    Ghost Brigade machen sicherlich tolle Musik, an Göttergaben wie „Night is the new day“ reichen sie leider nicht wirklich heran.
    Das größte Manko der der Band ist der relativ schwache Growlgesang.
    Hätte man hier jemanden vom Kaliber Akerfeld an Bord, dann…. 😉
    So sind und bleiben Katatonia das maß aller Dinge.

  10. Heiko sagt:

    Katataonia sind für mich eine komplett einzigartige, unerreichbare Band, und ich denke, man tut GB keinen gefallen, sie damit zu vergleichen. Katatonia vertonen menschliches Leid, Einsamkeit und Depression, GB sind da etwas anders, obeflächlicher vielleicht (nicht im negativen Sinne). Sie sind eher düster und geisterhaft. Katatonia sind Abgrund.

    8/10
  11. Albrecht sagt:

    Kann die Begeisterung für das Album durchaus verstehen. Es läuft bei mir auch rauf und runter. Definitiv Meisterwerk-Charakter.

    9/10
  12. Marco sagt:

    Völlig berechtigte Bewertung. Seit dem Erscheinen in absoluter Dauerrotation. War „Isolation Songs“ schon wahrlich meisterhaft, toppen sich die Herren hier nochmals, vor allem OHNE sich selbst zu wiederholen. Das hat nix mit Hypen zu tun, die Platte ist ein Meisterwerk, wenn nicht gar Meilenstein!

    10/10
  13. Anonymous sagt:

    Naja… nicht schlecht, aber nichts wirklich Weltbewegendes. Hörbar aber zu modern für mich. Und klingt wie die Letzte. Oder wars die Vorletzte?
    Wie kommt ihr da auf 10/10????

    6/10
  14. Eckart Maronde sagt:

    Ganz gutes Album mit einigen wirklich guten Momenten. Allerdings sind weder der Klargesang noch das Growlen besonders charismatisch. Und die Produktion ist mir viel zu sehr auf Breite ausgelegt und zu wenig zupackend. Knapp…

    7/10
  15. Vincent sagt:

    Das Ghost Brigade kein schelchtes Album einspielen werden war ja wohl klar, nur kristallisiert sich für mich, nun nach etlichen Durchläufen innerhalb der letzten Monate, nicht die Meisterklasse dieser Platte heraus. Isolation Songs war abwechslungsreicher und in den einzelnen Songs prägnanter. Hätte ich Until fear… als erstes Album von GB gehört, vl. wäre ich auch hin und weg. So ist es einfach nur ein (sehr) gutes Album. Jedoch nicht exzeptionell.

    Apropos: Die Diskussion von wegen Weiterentwicklung und hervorragendes business as usual (Amon Amarth) ist so fundamental, dass sie jedes zweites Bandreview relativiert…

    8/10
  16. Benedikt sagt:

    Absolut geniales Album. Ghost Brigade kann ich Monatelang durchhören ohne das es je langweilig wird. Absolut berechtigte Bewertung.

    10/10
  17. Ingo sagt:

    Hab mich extra deswegen angemeldet. Dieses Album hilft enorm. Mir völlig egal, ob das gehyped, bezahlt oder unter Drogen entstanden ist. 10/10 ist ok.

    10/10