Godthrymm - Projections

Review

Soundcheck Mai 2026# 4

Mit Projections liefern GODTHRYMM den dritten Teil ihrer „Visions“-Trilogie ab. Schon der Opener „Trenches Deep“ zieht einen in seinen Bann und walzt ordentlich: massive Riffs – langsam und erdrückend. Gerade hier zeigt sich, wie stark GODTHRYMM im klassischen britischen Death Doom verwurzelt sind. Die Gitarrenarbeit von Hamish Glencross besitzt diese typische Mischung aus elegischer Schönheit und tonnenschwerem Druck, die Härte und Schönheit eint.

Er pendelt zwischen epischem Doom, traditionellem Heavy Metal und Death/Doom. „Truth In My Own“ gehört zu den härtesten Songs, die Godthrymm bislang geschrieben haben. Die Gitarren drücken mit einer beinah aggressiven Direktheit nach vorne, während das Schlagzeug von Shaun Taylor-Steels permanent das Gefühl vermittelt, als würde ein gewaltiger Koloss durch Ruinen marschieren. Selbst in den härteren Momenten verliert die Band jedoch nie ihre melodische Prägung.

Monumentale Wucht zwischen Schönheit und Verzweiflung.

Die größte Entwicklung gegenüber den Vorgängern ist der ausgebaute Anteil des Frauengesangs. Catherine Glencross wird zur tragenden Säule des klanglichen Gesamtkonzepts. Ob das der Band guttut, ist sicherlich Ansichtssache, denn der Vergleich mit den männlichen Counterparts ist inzwischen fast gleichwertig. Songs wie „Jewels“ und „Hope Is Eternal“ erleben einen klaren Stimmungswandel. Dieser wirkt durch die ausdrucksstarke Art der Darbietung mitunter aufgesetzt und zu weit in den Vordergrund gerückt. Was im Gesamtkonzept sicherlich durchdacht ist, wirkt auf Dauer jedoch etwas kitschig. Die einnehmende und ausdrucksstarke Art wirkt stellenweise zu aufgesetzt.

Die Reminiszenzen an MY DYING BRIDE liegen sicher nicht nur an der personellen Verbindung, sondern auch an der gesamten Grundatmosphäre und an Glencross‘ Gitarrenriffs, die immer wieder an seine Schaffensphase bei MDB anknüpfen. Diese Mischung aus Leid, Anmut und romantische Schwermut erinnert an die goldene Ära des britischen Doom Metal. Die Art und Weise, Nostalgie zu reproduzieren und den eigenen Sound weiterzuentwickeln, gehört klar zu den Stärken von GODTHRYMM.

Auf „Endure My Skin“ steuert Aaron Stainthorpe erneut Gastvocals bei und sorgt für Gänsehaut pur. Im Vergleich zu „Follow Me“ auf „Distortions“, bei dem er eher eine Spoken-Word-Rolle einnahm, steht er dieses Mal mit seinen typischen Vocals deutlich stärker im Mittelpunkt des Songs.

So darf nostalgischer Death Doom klingen.

Die ausgewogene Produktion vermittelt sowohl Wärme und Tiefe als auch Härte und Fragilität. Neben den brachialen Death-Doom-Riffs lebt „Projections“ von der Vielseitigkeit: Die Keyboards und Gesangsvariationen wirken meist nicht überladen, obwohl die Arrangements teilweise etwas Zeit benötigen, um sich in ihrer kompletten Vielfalt zu offenbaren.

Die Band atmet unverkennbar den Spirit des 90er-Death-Doom, schafft es aber gut, diesen authentisch und mit eigenem Stempel in die Neuzeit zu transferieren. Dafür sorgt vor allem die Mischung aus monumentaler Schwere, melodischer Tragik und emotionaler Tiefe, die sich wie ein bleierner Nebel über alle Songs legt. „Projections“ ist genau das, was sich Fans des klassischen britischen Doom Metals wünschen können: ein schweres, trauriges, majestätisches Werk voller intensiver Riffs und Düsternis. Wer das oben beschriebene Gothic-Metal-Vocal-Wechselspiel gut ertragen kann, könnte sicher noch einen Punkt obendrauf legen.

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24.05.2026

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