Hate Eternal - Fury & Flames

Review

Nachdem sich Super-Drummer Derek Roddy, bekannt für seine Rastlosigkeit, was das längere Verbleiben in Bands angeht, angeblich aus finanziellen Gründen wieder neuen Aufgaben widmete, stand natürlich die Frage im Raum, ob HATE ETERNAL mit ihrem neuen Album „Fury & Flames“ das hohe Niveau ihres letzten Werkes „I, Monarch“ halten können. Ohne große Umschweife: Sie können!

Unglaublich, wo diese technischen Death-Metal-Bands immer ihre Drummer ausgraben. Der neue Mann an den Kesseln heißt Jade Simonetto (Ex-THE PLASMA RIFLE) und steht seinem in Genrekreisen recht populären Vorgänger in nichts nach. Er blastet bis die Hände bluten und baut dermaßen viele Breaks und Fills ein, dass einem fast schon schwindelig wird.

Gitarrist und Grunzmeister Erik Rutan hat sein Baby HATE ETERNAL auch nach der Umbesetzung vollkommen im Griff. Er übernimmt wie gehabt nicht nur das komplette Songwriting, sondern produziert auch erneut kurzerhand alles selbst. Heraus gekommen ist ein unglaublich intensiver, äußerst gewalttätiger Sound, der wahnwitzig brachial und gewalttätig ist. Da kann man die eine oder andere, soundmäßig etwas zugedonnerte Stelle auf dem Album schon mal dezent wohlwollend überhören.

Zunächst fällt (natürlich) das sehr wuchtige Schlagzeug auf, welches den Eindruck erweckt, als würde es das Album dominieren. Aber spätestens beim zweiten Durchlauf sollte einem auffallen, dass auch die Gitarren recht ordentlich zur Geltung kommen. Ohnehin sollte man den teilweise vollkommen abgedrehten Riffs des Saitenkönigs gebührend Gehör schenken, denn diese sind zumeist nicht von dieser Welt.

Unverkennbar ist auch, dass Rutan früher bei MORBID ANGEL tätig war. Auch wenn HATE ETERNAL deutlich brutaler und unbarmherziger zur Tat schreiten, gibt es nach wie vor Parallelen zu bemerken, was einem auch vor Augen hält, wie groß sein Einfluss damals bei den Engeln gewesen ist. Diese langsam gehackten Parts und dazu die völlig durchgeknallten Blastbeats sind schon ein kleiner Traum für sich. Absolut irre der Typ.

Auf „Fury & Flames“ dominieren ganz klar Blastbeats, und zwar in jeder nur erdenklichen Form. Die traditionelle Blast-Spielweise wird ebenso bedient, wie unbarmherziges Doublebass-Gehämmer der Marke CANNIBAL CORPSE auf Speed. Apropos CANNIBAL CORPSE: Niemand geringeres als Kannibalen-Basser Alex Webster bedient auf „Fury & Flames“ die vier Saiten und ersetzt somit den 2006 verstorbenen Jared Anderson. An der zweiten Axt hat sich Rutan seinen alten Kumpel Shaune Kelley geholt, der ihm schon zu seligen RIPPING-CORPSE-Zeiten zur Seite stand. Dass wir demnach im Falle HATE ETERNAL auch jetzt im Jahre 2008 von qualitativ hochkarätiger Todesmusik sprechen, dürfte somit außer Frage stehen.

Auf dem Album wird geprügelt, bis sämtliche Adern im Hirn platzen, bis jeder Muskel im Körper vor Anspannung reißt und man als Hörer nur noch unkontrollierten, spastischen Zuckungen ausgeliefert ist. Die Hölle auf Erden wird hier einmal mehr zelebriert.

Gnadenloses Geholze auf höchstem Niveau. Es ist schon erstaunlich, wie viele Ideen man in einen fast durchgehenden Blastbeat einbauen kann. Mastermind Erik Rutan scheint diesen Beat jede Nacht zu träumen, ebenso wie unzählige extreme und vor allem abgefahrene Gitarren-Riffs, anders kann ich mir dieses ständige Gesäge nicht erklären.

Natürlich kann man der Band, wie auch in der Vergangenheit schon, Eintönigkeit und Ideenlosigkeit vorwerfen und zugegeben ist der Gesang auf den ersten und auch zweiten Eindruck nicht sonderlich abwechslungsreich, aber nach genauer, sehr kritischer Betrachtung bin ich persönlich der Meinung, dass es im Falle HATE ETERNAL genau so sein muss, wie es ist. Es gibt genug andere Innovatoren in der Szene, die ständig etwas Neues machen müssen und sich so vielseitig wie möglich präsentieren, da lobe ich mir Bands wie HATE ETERNAL, die einfach stur ihren Weg verfolgen und alles in Schutt und Asche legen, was ihre Bahn kreuzt.

Allen Meckerheinis zum Trotz: Liebt oder hasst dieses Album, scheiß egal, denn vernichten wird es euch so oder so.

04.03.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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