Helstar - Rising From The Grave

Review

Obwohl die US Metaller in den 80ern maßgeblich zur Entstehung des American Heavy und Speed Metal beigetragen haben und sich ihr Rang und Name im Underground keineswegs leugnen lässt, sind HELSTAR für das breite Publikum heutzutage eher ein gut gehütetes Geheimnis. Wem die Band also tatsächlich noch kein Begriff ist, der sollte folgende Gelegenheit beim Schopfe packen: Via Metal Blade Records veröffentlichen die Texaner mit “Nosferatu” und “A Distant Thunder” zwei ihrer absoluten Kult-Alben in Form eines schicken Boxsets, “Rising From The Grave” betitelt, neu. Als Bonus enthält das Package zudem das Video-Material von der Show am 25. Dezember 1989 im Backstage Club in Houston, zu der bereits das “Twas The Night Of A Helish X-Mas” Live-Album veröffentlicht wurde.

Zu den Alben selbst gibt es gar nicht viel zu sagen, nur, dass sie ihren Kult-Status nicht unbegründet erlangt haben. HELSTAR frönen dem schnellen Power/Speed Metal, wagen aber auch gern Ausflüge in thrashigere Gefilde, besonders bei “Nosferatu”, das dadurch das wohl beliebteste und meiner Meinung nach beste Album der Texaner ist. Auf einem starken Fundament aus eingängigen Melodien, die fast alle Hit-Charakter aufweisen, ziehen HELSTAR kraftvolle, vor Energie strotzende Gitarrenwände hoch, verzieren sie mit filigranen Soli und variieren dabei in Tempo und Rhythmus exakt so viel, dass das Gesamtwerk weder langweilig noch überladen erscheint. Über dieser Konstruktion und zugleich von ihr umfasst thront der unglaubliche Gesang von James Rivera, seines Zeichens neben Mike Vescera (OBSESSION, ex-YNGWIE MALMSTEEN) oder Harry Conklin (JAG PANZER, TITAN FORCE, SATAN’S HOST) als einer der besten Sänger im Underground seines Genres zu nennen, dessen Stimmgewalt und Emotionalität mir jedes Mal aufs Neue die Sprache verschlägt und einen Gänsehaut-Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt. Und auch wenn die Original-Alben schon der absolute Killer sind, so blasen die Tracks den Hörer bei dem Re-Release in neu gemasterter Form regelrecht weg.

Die enthaltene DVD allerdings ist leider weniger beeindruckend. Zwar enthält sie für die Fans erstmalig auch den ersten offiziellen Video-Mitschnitt eines HELSTAR-Konzertes, die Qualität des Materials ist allerdings so übel, dass es einem das Anschauen regelrecht vermiest. Nach dem Ansehen bekommt man tatsächlich sogar schnell das Gefühl, die Scheibe als Sammlerstück in die hinterste Ecke des CD-Regals verbannen und sie nie wieder ansehen zu wollen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es sich nur um eine Bonus-DVD handelt, die zudem einen ordentlichen Kult-Faktor aufweist. Gerade der macht die Qualität locker wett und außerdem: Mehr kann man von einer über 20 Jahre alten Aufnahme wohl sowieso nicht erwarten.

Zum Schluss bleibt mir lediglich eine Kaufempfehlung auszusprechen. HELSTAR-Fans werden ohnehin jauchzen, dass die lange vergriffenen Alben wieder erhältlich sind und auch alle anderen Fans von 80er-Metal, die noch nicht mit der Band vertraut sind, sollten diese Gelegenheit nutzen, das schnell zu ändern.
Lediglich ein aktueller Konzert-Mitschnitt als Kontrast zu der Aufnahme von 1989 wäre wünschenswert gewesen und hätte das Package schick abgerundet.

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13.07.2010

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