Henning Pauly - Babysteps

Review

Braucht die Welt noch ein zweites Progressive Label? Sie braucht! Hat sich Insideout zu einem festen Fachmann der Szene etabliert, konzentriert sich Progrock Records eher auf die ungeschminktere „erwachsenere“ Seite des Prog. Will meinen: Statt etlicher neoklassischer Elemente oder protziger Selbstinszenierung, rückt hier der bodenständige Jazz nach vorne. Im Fall HENNING PAULYs auch die Story hinter der Platte: Es geht um einen soziophoben Leichtathleten (Jody Ashworth – TRANS SIBIRIAN ORCHESTRA) der eines Tages im Rollstuhl eines Rehabilitationszentrums aufwacht und im Laufe der Platte sowohl mit einem arroganten Arzt (James LaBrie – DREAM THEATER) als auch einem anderen Patienten zu tun haben wird (Matt Cash – CHAIN). Was so auch Story einer Seifenoper sein könnte, wird hier emotional clever verpackt und anspruchsvoll präsentiert. Jeder Song schafft es auf großartige Weise, die aktuelle Stimmungslage ansprechend zu transportieren.

Dass dabei auch wirklich wahnsinnig coole Krache rauskommen, versteht sich von selbst. Während fetzige Nummern eher auf die momentan gängigen Heavy-PrognRoll-Riffs aufbauen, dient ein Piano immer wieder erfolgreich als Melancholieträger. Gerade der coole, von James LaBrie getragene, 7-Minüter „Listen To Me“ lebt von diesem spektakulären Gegensatz und zeigt das ganze Können des Komponisten wunderbar auf. Sowieso ist hier kein Riff zufällig gesetzt: Jeder Refrain wird stimmungsvoll eingeleitet, jedes Break wirkt aufhorchend und jeder Pianoakkord vermittelt direkt Atmosphäre. Das Musikstudium merkt man dem Mann eindeutig an.
Daher ist der einzige „Kritikpunkt“ der Platte wohl der teils unprofessionell wirkende Gesang. James LaBrie kann eigentlich als einziger Akzente setzen und Protagonist Jody Ashworth bekommt zwar ein tiefes wütendes Grollen wunderbar hin, versagt aber in ruhigeren Passagen. Die restlichen Akteure singen fehlerfrei und songdienlich, dementsprechend aber auch unspektakulär. An der überzeugenden Wirkung der Platte ändert das aber nichts.

Und so wird 75 Minuten lang gerockt, geproggt, und melancholisch rumgeschwelgt. Passend zur Story wirkt dabei kein Song überproduziert oder zu spektakulär, sondern immer bodenständig und angenehm erdig. Progfans sollten hier dringend zugreifen!

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18.12.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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