Highgate - Shrines To The Warhead

Review

Die Szenerie ist surreal: Überall um ihn herum liegen Leichen, blutbesudelte, geschundene Körper, die Gesichter im Dreck. Granateinschläge haben die Erde aufgewühlt, das einzige, was sich jetzt noch bewegt, ist Rauch, der aus der schwelenden Erde aufsteigt. Nebelschwaden ziehen – vom Wind fortgetragen – langsam vorüber. Nichts passiert, die Zeit scheint stillzustehen. Er ist ganz allein mit sich selbst und seinen Schmerzen. Schmerzen, die ihn fast zerreißen. Er versucht zu schreien, doch das einzige, was er herausbekommt, ist ein gepresstes Schreien, kraftlos, merkwürdig verzerrt.

Die Bilder, die HIGHGATE mit ihrem neuen Opus „Shrines To The Warhead“ evozieren, sind alles andere als schön: Krieg, verbrannte Erde, völlige Zerstörung. Und mittendrin die Band, die den Soundtrack dazu liefert. Crusty Doom Metal soll das sein, und das Etikett passt: Langsam sind die drei vollwertigen Tracks des Trios aus den Vereinigten Staaten, schlicht die Riffs. Der Bass folgt den zumeist trägen Saitenverschiebungen auf der Gitarre auf Schritt und Tritt, während sich der Sänger in seinem Schmerz windet. Laut Booklet sind es übrigens alle drei Mitglieder von HIGHGATE, was etwas verwundert, denn genauso gleichförmig wie die Songstrukturen kommt auch der Gesang daher.

Womit eigentlich das Wesentliche zu „Shrines To The Warhead“ gesagt wäre: Denn so beeindruckend lange die drei vollwertigen Songs auf dem Album dauern, so wenig Abwechslung und Überraschungen bieten sie. Der gebotene Extrem-Doom mag zur Szenerie des Krieges passen, zur kompletten Vernichtung auf dem Schlachtfeld, wo einzig namenlose menschliche Körper zurückbleiben. Trotzdem hätte das Album etwas mehr Abwechslung vertragen können oder eine innere Dramaturgie. Denn so ist es nahezu unerheblich, ob das Werk nun eine Dreiviertelstunde lang ist oder zehn Minuten: Der Effekt ist ganz ähnlich. Für die härtesten Doom-Fanatiker mag das in Ordnung gehen (denn immerhin schafft es das Album, Bilder im Kopf hervorzurufen), mir allerdings ist „Shrines To The Warhead“ viel zu eintönig, um überzeugen zu können.

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02.03.2011

- Dreaming in Red -

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