Ian Gillan - Live In Anaheim

Review

Während einer DEEP PURPLE-Auszeit im Jahr 2006 hat Ian GILLAN die Gelegenheit genutzt und eine Tour mit seiner Soloband getätigt, um sein „Gillan’s Inn“-Werk zu bewerben. Das Ergebnis liegt nun als Live-Album in Form von „Live In Anaheim“ vor und kann sich durchaus hören lassen.

Allerdings darf man sich nicht daran stören, dass sich die Sache nicht wirklich besonders live anhört. Der Sound ist fetter, differenzierter und schlicht besser als so manche Studio-Aufnahme. Besonders der Bass pumpt unmenschlich fett, und Mr. GILLAN selbst hat man natürlich ebenfalls glänzend in Szene gesetzt. So auffällig fehlerfrei hat er in den letzten Jahren bei DEEP PURPLE außerdem sicher nicht gesungen (lediglich ein paar ganz hohe Schreie wurden nicht nachgebessert und liegen sympathischerweise ziemlich daneben). Zudem ist das Publikum leider recht leise gemischt, was der Atmosphäre nicht unbedingt zuträglich ist.

Damit soll es aber auch gut sein mit der Meckerei, denn musikalisch wird dem geneigten Hörer durchaus etwas geboten. GILLAN liefert einen gelungenen Querschnitt seines Solo-Schaffens und bringt die härteren „Future Shock“-/“Double Trouble“-Klamotten und neuere Stücke in einem recht ausgewogenen Verhältnis.

Dabei kommt das im Vergleich zu DEEP PURPLE kompaktere Songwriting der Bühnensituation durchaus zu Gute. Und auch dem Sänger selbst kann das wesentlich geringere Gewicht auf ausschweifenden Jams nur recht sein, schließlich ist das ja auch seine Show. Neben den Soli innerhalb der Songs kann die Band zudem im über achtminütigen Instrumental ‚Rivers Of Chocolate‘ beweisen, was sie spielerisch auf dem Kasten hat.

Es fällt im direkten Vergleich deutlich auf, wie viel bluesiger und dementsprechend ruhiger die neueren Stücke sind. Doch erstens hat GILLAN dabei die Möglichkeit, seine Stimme wesentlich effektiver einzusetzen, ohne permanent gegen die Gitarrenwand anschreien zu müssen, und zweites hat sein Organ die passende Klangfarbe dafür. Wo CLAPTON regelmäßig stimmlich abschmiert und auf der Gitarre wesentlich überzeugender klingt, kann Mr. GILLAN hier noch einen draufsetzen.

Ein paar DEEP PURPLE-Stücke sind natürlich obligatorisch, und das fantastische ‚When A Blind Man Cries‘ sowie das 1984er Comeback-Aushängeschild ‚Knocking At Your Back Door‘ machen auch verdammt viel Laune. Warum er allerdings nicht einmal bei einem Solokonzert auf das millionenmal gehörte ‚Smoke On The Water‘ verzichten kann, ist mir aus musikalischer Sicht schleierhaft. Wahrscheinlich wirklich nur wegen des behämmerten Publikums, das tatsächlich bei keinem anderen Song lauter applaudiert und mitsingt.

GILLAN selbst bezeichnet „Live In Anaheim“ als das beste Live-Album in seiner Karriere seit „Made In Japan“, und schämen braucht er sich des Werks sicher nicht. Im Gegenteil, trotz der manchmal etwas sterilen Atmosphäre haben wir es hier mit einem gelungenen Querschnitt durch das Solo-Schaffen des Ausnahmesängers zu tun, der definitiv in Würde gealtert ist und nach wie vor in der Lage ist, Musik leidenschaftlich und glaubwürdig aufzuführen. Werdeich sicher noch oft auflegen.

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16.03.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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