Jon Schaffer’s Purgatory - Purgatory

Review

Es war einmal vor langer, langer Zeit, in den fernen USA, liebe Metaller, da hatte Jon Schaffer vor ICED EARTH eine Vorgängerband namens PURGATORY, die 1985 gegründet wurde. Neben Mastermind Jon Schaffer war damals auch Sänger Gene Adam dabei, der auch das selbstbetitelte Debütalbum von ICED EARTH einsang, sowie Bassist Bill Owen. PURGATORY nahmen in den Jahren 1985 und 1986 die drei Demos „Burnin Oasis“, „Psychotic Dreams“ und „Horror Show“ (na, klingelts bei dem Namen?) auf, letzten Endes wurde aus der Band dann ICED EARTH. Mit den drei vorgenannten Mannen sowie Schlagzeuger Mark Prator, bekannt durch seine Mitwirkung auf „The Dark Saga“, Gitarrist Jim Morris von den Morrisound Studios als auch Ruben Drake von DEMONS & WIZARDS und SONS OF LIBERTY wurde die Truppe nun als JON SCHAFFER’S PURGATORY reformiert. Fünf der damaligen Demosongs wurden nun neu aufgenommen und als EP „Purgatory“ veröffentlicht.

JON SCHAFFER’S PURGATORY – die Ursuppe von ICED EARTH

„Purgatory“ atmet natürlich voll und ganz, wie sollte es auch anders sein, den Geist der ganz frühen ICED EARTH, insbesondere von „Iced Earth“ und ein klein wenig von „Night Of The Stormrider“. Gutklassiger, knackig roher US Metal, irgendwo zwischen Power und Speed Metal, nicht allzu entfernt von OMEN oder LIEGE LORD. Es sind die typischen Merkmale der frühen Schaffensphase von Jon, insbesondere natürlich das damals schon prägnante Gitarrenspiel, diese stets vorherrschende düstere Atmosphäre, in Sachen Tempo wird meist Vollgas gegeben, und schon damals gab es vertracktere Geschichten wie „In Your Dreams“. An der Instrumentalfraktion gibt es absolut nichts zu meckern, kein Wunder, die nicht mehr ganz so jungen Herren sind allesamt Profis an ihren Instrumenten und schaffen es trotz gestiegener Musikalität, diesen besonderen Vibe der Achtziger einzufangen. Dem steht auch Sänger Gene Adam nicht nach, der mit einigen King Diamond Spitzen glänzt und heute besser klingt als noch auf dem Debüt. Highlights der „Purgatory“ EP sind das schreitende „Dracula“ mit seinem eingängigen Chorus und „In Jason’s Mind“ mit seinen atmosphärischen Momenten, die an „Burnt Offerings“ erinnern. Die Songs scheinen insbesondere von den Horrorfilmen der frühen Achtziger inspiriert. Und die Songtitel „Dracula“ als auch das stampfende „Jack“ finden wir später auch auf „Horror Show“, wobei die Stücke bis auf die Titel nichts gemeinsam haben. „Purgatory“ ist gut produziert, ohne zu modern oder glatt zu klingen. Das ist also die Ursuppe von ICED EARTH, die zumindest für den Schreiber dieser Zeilen mehr Spirit hat als das, was in den letzten Jahren von der Nachfolgeband veröffentlicht wurde.

21.12.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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4 Kommentare zu Jon Schaffer’s Purgatory - Purgatory

  1. ClutchNixon sagt:

    Ein kleines bisschen Balsam auf meine geschundene IE Fanboy Seele ist dieses Minialbum schon irgendwie, waren doch alle Alben nach Horrorshow für mich nicht uneingeschränkt hörbar. Insofern machen die erdig produzierten Songs so ziemlich alles richtig. Warum das Ganze allerdings unter Schaffers Purgatory laufen muss erschließt sich mir nicht, erschienen doch bereits einige Neueinspielungen vor nahezu zwei Dekaden unter dem Iced Earth Label.

    1. Nether sagt:

      „…erschienen doch bereits einige Neueinspielungen vor nahezu zwei Dekaden unter dem Iced Earth Label.“
      Hö? Welche denn?

      1. ClutchNixon sagt:

        Days of Purgatory Boxset?

      2. ClutchNixon sagt:

        Ah, ich habe gerade mal nachgeschaut. Das ist überwiegend vom Enter the Realm Demo. Also post Purgatory bzw waren es schon Purgatory Songs, aber unter dem Namen Iced Earth veröffentlicht.