Kanonenfieber - Soldatenschicksale

Review

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Mit „Soldatenschicksale“ veröffentlicht der Musiker Noise mit KANONENFIEBER das nächste Album. Es handelt sich nicht um ein neues Studioalbum, sondern um eine Compilation der drei EPs „U-Bootsmann“, „Der Füsilier“ und „Yankee Divison“. Zusätzlich erhalten Fans, die die drei Scheiben bereits besitzen, zwei neue Stücke namens „Z-Vor!“ und „Heizer Tenner“. Eine gleichnamige Tour startet im März, womit der Zweck der Veröffentlichung schnell klar wird.

KANONENFIEBER locken mit alten und neuen Geschichten

Die beiden neuen Songs „Z-Vor!“ und „Heizer Tenner“ thematisieren den Untergang der SMS Wiesbaden am 31. Mai 1916 aus der Perspektive eines Marinemelders und eines Heizers. Während „Z-Vor!“ eher Standardkost bietet, überzeugt „Heizer Tenner“ mit einem Refrain, der zeigt, warum die Band so schnell so groß geworden ist. Black-Metal-Brutalität trifft auf gnadenlose Eingängigkeit und „Ahu!“-Rufe, die man mögen muss, hier aber funktionieren.

Die übrigen Lieder sind bekannt und wurden für diese Neuauflage leicht überarbeitet. Das fällt allerdings kaum auf, da die Originale erst wenige Jahre alt sind und ebenfalls exzellent produziert wurden. Dennoch ist die Compilation sinnvoll, denn mit jeweils 12 € waren die Einzelveröffentlichungen nicht günstig. So kommt man hier zu einem moderaten Preis an das Non-Album-Material des Weltkriegs-Projekts.

Highlights sind – damals wie heute – das großartige „Kampf Und Sturm“, das zwischen schleppenden Strophen und Highspeed-Refrain pendelt, „Die Havarie“ mit seiner starken Hook und dem düsteren „Ahoi!“-Ruf sowie „Der Füsilier I“, das zum modernen Liveklassiker avanciert ist. Wer melodischen Black Metal mit leichter Todesblei-Schlagseite mag, macht mit KANONENFIEBERs Stücken wenig falsch.

„Soldatenschicksale“ vereint bisheriges Schaffen

Wer die komplette Diskografie der Bamberger bereits im Schrank hat, überlegt sich vermutlich, ob sich der Kauf eines ganzen Albums für zwei neue Songs lohnt. Andererseits fügt sich die Veröffentlichung musikalisch und optisch nahtlos in das bisherige Schaffen ein und ist damit durchaus sinnvoll. Fans, die erst kürzlich eingestiegen sind, erhalten mit „Soldatenschicksale“ eine preiswerte Möglichkeit, alle EPs gesammelt zu erwerben. Musikalisch knallen die Stücke ohnehin wie am ersten Tag.

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30.01.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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9 Kommentare zu Kanonenfieber - Soldatenschicksale

  1. EvilKnevil667 sagt:

    8/10 für eine Compilation aus drei alten EPs, null klanglicher Mehrwert, null kreative Leistung, hauptsache nochmal die Kasse klingeln lassen. Egal, einfach nochmal zusammenkleben und fast Topwertung vergeben. Schon beeindruckend, wie schmerzfrei man reines Geldbeutelmelken als Qualitätsrelease verkaufen kann.

    3/10
  2. metal-maniac sagt:

    Ich hol mir dann auch noch das dazugehörige live-Album…

  3. haertafreundlich sagt:

    Ich glaube, das verstehst du einfach falsch. Zum einen ist es völlig ok, wenn Bands, mit ihrer Musik auch Geld verdienen und die Wege dafür optimieren. „Reich“ wirst du in dem Genre ohnedies kaum. Zum anderen, ein wenig profan, trotzdem gültig: Ein freiwilliger Erwerb eines physischen Tonträgers melkt niemanden, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich dazu jetzt jemand mit schmerzverzerrtem Gesicht heulend gezwungen sieht… Zumal der Großteil ohnedies streamen wird. Für Menschen, die die meist vergriffenen EPs nicht haben ist das außerdem schon sinnvoll. Zuletzt: Ich denk das Ganze ist in der Review eigentlich eh gut dargestellt – und hier sollte es wohl rein um musikalische Inhalte gehen, nicht um Verkaufsstrategien.

  4. Hansi sagt:

    @haertafreundlich
    Hundertprozentige Zustimmung. Danke.

    @EvilKnevil667
    Deine Meinung sei Dir unbenommen, aber die Musik abzuwerten (3/10 bedeutet ja schon richtig miserabel), nur weil Du dich aus irgendeinem abstrusen Grund heraus an Deinem Geldbeutel gemolken fühlst, ist dann schon daneben.

    8/10
  5. dan360 sagt:

    Für mich kommt die Veröffentlichung wie gerufen. Wollte mir nicht die einzelnen mini-ep‘s jeweils als CD holen. So habe alle EPs plus ein, zwei neue Songs auf einer CD mit knapp 40min Laufzeit, top.

    8/10
  6. motley_gue sagt:

    Was ich von diesem Mummenschanz um solche Theme-Park-Bands und dem Hype um diese Band im Speziellen halte, hab ich oft genug geschrieben.
    Zur Veröffentlichungspolitik stimme ich @heartafreundlich ebenso zu, niemand muss…

    Ich finde es aber daneben, dass wiedermal eine Band, die Jannik offenbar gerne hat, für 2 Songs eine 8 „geschenkt“ bekommt. In vergleichbaren Fällen wird hier oft genug gar keine Bewertung gegeben.

  7. Hansi sagt:

    @motley_gue
    Ab wie vielen Songs darf es denn Deiner Meinung nach eine 8 geben? Ab 10, ab 15?
    Bewertung nach Quantität, oder wie ist das zu verstehen?

    Wird denn Musik der EPs schlechter, wenn die drei EPs auf einer CD zusammengefasst werden?

    Klar, man kann sagen, bei Samplern lässt man die Wertung einfach weg, aber was ist in Fällen wie hier, wenn auch neue Songs dabei sind? Sind wir dann wieder an dem Punkt, dass erst eine gewisse Quantität erreicht sein muss?

    P.S.
    Wie ist das bei der „Night Parade Of One Hundred Demons“ von Earthless? Das ganze Album hat nur drei Songs, mit Überlänge halt. Darf es da auch keine hohe Bewertung geben, oder ab welcher Songlänge ist auch für wenige Songs Deiner Meinung nach eine hohe Bewertung erlaubt?

  8. motley_gue sagt:

    @Hansi: gut, zugegeben, da hast Du einen Punkt – danke fürs Spiegeln.
    Ein Schwellwert, ab wann eine Wertung zulässig ist, macht natürlich gar keinen Sinn. Aber, um meine Meinung hier etwas zu verdeutlichen – wenn der Großteil des Inhalts aufgewärmt wurde und, wie hier, 2 von 9 Nummern mit jeweils vergleichbarer Länge enthalten sind, sollte man aber zumindest mal darüber diskutieren dürfen. Ich geb Dir schon Recht, die Diskussion muss zumindest auch die Track-Länge beinhalten. Aber wäre eine Best-Of Compilation mit einem einzelnen neuen Track Deiner Meinung nach gleich zu behandeln, wie ein vollständig neues Album?

  9. Hansi sagt:

    @motley_gue
    Also davon ausgehend, dass die Qualität der Musik bewertet wird, und andere Umstände wie sagen wir mal Label, Verkaufspreis, Veröffentlichungsstrategie, Aufmachung des Produkts usw. nicht miteinfließen, was sie ja in der Regel bei normalen Veröffentlichungen nicht tun, dann finde ich, man kann auch eine Kompilation bewerten. Selbst dann, wenn kein neuer Song mit drauf ist. Die Songs sind ja nicht plötzlich besser (oder schlechter), als auf den regulären Alben und wenn bei einer Band so viele Filler wegfallen, dann kann so eine Zusammenstellung sogar mehr Punkte wert sein als ein Album.