King Of Agogik - Aleatorik System

Review

Bei all den komplexen, sinnstiftenden oder viel zu innovativen Veröffentlichungen der letzten Zeit, ist es schön wenn man mal wieder das vorgesetzt bekommt, was man als ausgelasteter Progfan eigentlich will: ein 75minütiges Instrumentalalbum mit lustigen Titeln und Melodien bis zum umfallen. Ins Haus gebracht bekommen wir das vom KING OF AGOGIK, eine in Eigenproduktion produzierte Platte unter Hans Jörg Schmitz auf dem eigens dafür ins Leben gerufene Label „Saustark Records“. Und um gleichzeitig den Anspruch und die Selbstironie irre hoch zu treiben, steckt sowohl im Bandnamen, als auch im Albumtitel „Aleatorik System“ ein googlebares Fremdwort drin. Das ist Prog wie ich ihn liebe.

Im Ernst, ich weiß nicht warum sich alle Progbands neuerdings darüber streiten, wer das längste Instrumentalalbum basteln kann, von dem man nicht irgendwann Kopfweh bekommt. „Aleatorik System“-Hörer geraten zwar nicht in Gefahr, nach dem Einverleiben mit Gehirnbrand wieder aufzuwachen, doch wirklich hörerfreundlich ist es trotzdem nicht. Und das ist schade, denn gerade die beiden überlangen Songs in der ersten Hälfte der Platte machen ne Menge Spaß. So kann „The Long March Of The Royal Fifth“ ganze 22 Minuten auf die Waage bringen, die größtenteils auch ziemlich spannend sind und mit einer sehr intensiven Atmosphäre überzeugen können. Ähnlich wie die zehnminütige „Aleatorik Suite“, die dann aber in richtig druckvolles Geriffe ausartet und den härtesten Punkt des Albums markiert. Leider hört es dort aber schon größtenteils auf. Trotz einer richtig coolen Schlagzeugarbeit kann die Platte in der zweiten Hälfte kaum noch Interesse wecken und überfordert mit neun Songs unter fünf Minuten die meist wild experimentieren („Return Of The Shuffle King“) und den Bogen doch arg überspannen.

Deswegen ist es schwer eine Wertung zu geben, denn Menschen die sich wohl wirklich mit vollster Inbrunst in das Album reinhören wollen, könnten vielleicht tatsächlich die eine oder andere spaßige Nacht damit verbringen. Alle anderen finden aber unter den Veröffentlichungen der letzten Zeit deutliche hörbarere, die auch nicht so krampfhaft aleatorisch und agogisch wirken.

02.03.2008

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