Kissin' Dynamite - Kissin' Dynamite

Review

Galerie mit 20 Bildern: Kissin' Dynamite - Back With A Bang! Tour 2025 in Osnabrück

Wenn eine Band ein Album nach sich selbst benennt, gibt es dafür meistens einen Grund. Es kann sich beispielsweise um das Debütalbum, das Abschiedsalbum, ein besonders wegweisendes Album oder eine Reunion-Scheibe handeln. Im Falle von KISSIN‘ DYNAMITE treffen gleich mehrere Dinge zu: Es ist die Abschiedsscheibe von Sänger Hannes Braun und dementsprechend auch ein besonders wegweisendes Album, denn ein Nachfolger ist noch nicht bekannt. Zudem finden sich nicht nur neue Tracks auf der Platte: Sechs Lieder sind neu, sieben wurden von den ersten beiden Alben neu eingespielt.

KISSIN‘ DYNAMITE beenden eine Ära

Seit knapp 20 Jahren musizieren die Schwaben in fast unveränderter Besetzung miteinander, sodass Brauns Abschied vom Mikrofon umso mehr ins Gewicht fällt. Er bleibt der Band als Songwriter, Produzent und treibende Kraft erhalten, aber Fans werden ihn so schnell nicht mehr auf der Bühne zu Gesicht bekommen.

Die sechs neuen Lieder fügen sich einwandfrei ins Portfolio der Band ein und zeigen einmal mehr, dass KISSIN‘ DYNAMITE spielend in der Lage sind, sommerlich rockende Ohrwürmer am Fließband zu produzieren. Besonders stechen „Glory Days“ und „Heartattack“ hervor. Letzteren braucht man nur einmal zu hören, bis man den leicht wiederzuerkennenden Refrain im Kopf hat.

Die sieben Neuaufnahmen stammen alle von den ersten beiden Alben „Steel Of Swabia“ und „Addicted To Metal“. Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass die Musiker insbesondere auf dem Debüt quasi noch Kinder waren – das Durchschnittsalter dürfte damals bei circa 16 Jahren gelegen haben.

Dementsprechend hat sich Hannes Brauns Stimme weiterentwickelt. Auch für die Produktion war mehr Geld vorhanden, sodass die sieben Stücke allesamt mehr als bloße Neuaufnahmen sind. Zudem sind eine Reihe von Gastauftritten mit an Bord. Besonders Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) auf „Steel Of Swabia“ hat uns gefallen. Auch die Ballade „Against The World“ profitiert von Brauns gereifter Stimme. Schade, dass er aufhört, auch wenn die (gesundheitlichen) Gründe verständlich sind.

Das Selftitled ist ein guter Abschied

Mit „Kissin‘ Dynamite“ erfüllt die Rockband vielen Fans den Wunsch, ihren liebgewonnenen Sänger noch einmal auf (teilweise) neuen Liedern zu hören. Es ist ein versöhnlicher Abschied, und nun kann man gespannt nach vorne blicken, wie es mit der Band nach den anstehenden Arenashows weitergeht.

11.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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