Kissin' Dynamite - Ecstasy

Review

Galerie mit 14 Bildern: Kissin' Dynamite - Listening Session Berlin 2018

Auf „Generation Goodbye“ haben KISSIN‘ DYNAMITE vor zwei Jahren endgültig zu sich gefunden. Die Sleaze-Rock- und Heavy-Metal-Einflüsse der ersten drei Alben gingen anno dazumal eine perfekte Symbiose mit den Synthesizer-Experimenten von „Megalomania“ ein. Zwei Clubtouren und eine Liveplatte später steht „Ecstasy“ vor der Tür. Während die Band auf früheren Alben oft knallige, bunte Artworks zur Schau stellte, präsentiert sich „Ecstasy“ mit einem reduzierten Schwarz-Weiß-Cover, das ein erwachsenes Rockalbum verspricht.

„Ecstasy“ hat das Feuer

Kann die Musik dieses Versprechen einhalten? Sagen wir mal so: Gottverdammt ja, sie kann! Das hymnenhafte „I’ve Got The Fire“ ist noch ein klassischer DYNAMITE-Rocker, dessen Refrain an den Bandhit „Running Free“ erinnert und genauso gut ins Ohr geht. Im Anschluss beweist die Band, dass sie wieder einmal reifer geworden ist, ohne ihr jugendliches Feuer zu verlieren. Songs wie „One More Time“, „Somebody’s Gotta Do It“ oder das Titelstück sind auf den Punkt durchkomponiert und eingespielt. Von solch traumhaft-eingängigen Melodien können die meisten Popsternchen nur träumen. Das heißt aber nicht, dass KISSIN‘ DYNAMITE jetzt weichgespült daher kommen. Dafür feuern Jim Müller und Ande Baun immer noch viel zu deftige Riffsalven raus. Vielmehr perfektioniert die Band ihren Spagat aus Metal-Attitüde und Pop-Affinität endgültig.

Doch KISSIN‘ DYNAMITE perfektionieren auf „Ecstasy“ nicht nur ihr bewährtes Rezept, sondern entdecken eine ganz neue Seite an sich. Welche das ist? Einfache Antwort: Die Ernsthaftigkeit. Dominierten auf früheren Alben oft spaßige Partynummern, präsentieren sich die Schwaben im Jahr 2018 als gestandene Männer, die nicht jeden Song mit einem ironischen Unterton präsentieren müssen. Diese Tatsache kulminiert in „Breaking The Silence“ und „Waging Wars“.

KISSIN‘ DYNAMITE erreichen neue Höhen

So hoch das Durchschnittsniveau auf „Ecstasy“ auch ist, diese beiden Songs sind vielleicht das Beste, was KISSIN‘ DYNAMITE bislang veröffentlicht haben. Erwachsener hat das Quintett seinen modernen Hard Rock noch nie inszeniert. Natürlich sind die Refrains immer noch mitsingbar und in „Waging Wars“ gibt es sogar einen „Whohoho“-Part für alle Textfaulen. Doch der ist für KISSIN‘ DYNAMITE-Verhältnisse ziemlich düster geraten. Gleiches gilt für die mit einer Westerngitarre unterlegten Strophen von „Breaking The Silence“. Die Band baut hier eine unheimliche Spannung auf, die sich in einem mitreißenden Refrain entlädt. Das wird live ein sicherer Hit! Aber keine Sorgen, zur Depri-Rock-Nummer verkommt „Ecstasy“ zu keiner Zeit. Leider haben KISSIN‘ DYNAMITE aber wieder den Fehler gemacht zu viele Songs auf ein Album zu packen. So hat sich mit der unspektakulären Ballade „Still Around“ ein allenfalls mittelmäßiger Song eingeschlichen.

Doch jetzt genug der Worte. Kauft euch die Platte, ihr werdet es nicht bereuen. Dank eines ausgereiften Songwritings nahe an der Perfektion liefern KISSIN‘ DYNAMITE mit „Ecstasy“ ihr bislang reifstes und vielleicht sogar bestes Album ab. Dank der mächtigen Promomaschinerie von Sony Music im Rücken, dürfte den Jungs endlich der ganz Große Durchbruch gelingen.

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29.06.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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8 Kommentare zu Kissin' Dynamite - Ecstasy

  1. nili68 sagt:

    Es gab ’ne Zeit, da habe ich nur solche Musik (Steelheart & Co.) gehört. Für die eine Woche pro Jahr, wo ich aus Nostalgie-Gründen bock auf sowas hab, geht das klar.

    1. BlindeGardine sagt:

      Weiß nich, wenn schon glam metal, dann lieber die originale. Alte w.a.s.p., skid row oder möetley crüe. Das hier klingt mitunter schon fast wie bon jovi. Und der sänger erinnert mich optisch immer an tilo wolff von lacrimosa mit komischem hairmetal toupet. Oder an einen bankangestellten im karnevals glam kostüm, halt wie jemand, der sich nur als rocker verkleidet hat :). Gruselig irgendwie. Trotzdem als partybeschallung natürlich besser als die aktuellen charts.

      1. Sane sagt:

        Wenn schon glam metal dann nicht ohne Ohrstöpsel und Sichtschutz.und ohne Alkohol eh nicht,am besten mit ein paar speedballs drin. Wobei reines Heroin natürlich die sichere Wahl wäre..

      2. BlindeGardine sagt:

        Eben, glam ist eh schon recht einfach gestrickte partymucke, die geb ich mir lieber von damals entsprechend zugekoksten partytieren aus l.a. als von mittzwanzigern aus schwaben. Aber wie gesagt, besser als „normale“ partymucke.

      3. Sane sagt:

        Da geb ich dir Recht.Allerdings nur bis zu dem Punkt wo die Glamband aktuelle Chartmucke covert, dann ist alles vorbei.

      4. doktor von pain sagt:

        Och, ab und zu kann ich mir auch mal was von den jüngeren Glam/Hair-Metal-Bands geben. Crashdiet, Sister und Crazy Lixx zum Beispiel. Aber das geht nun echt nicht immer.

      5. nili68 sagt:

        An den ollen Kamellen aus den 90’s habe ich mich totgehört. Wenn’s mal was aus der Ecke sein muss, dann was Neues. Zum Glück arbeitet die Musikindustrie ja wie am Fließband.

      6. Lord_Stahlhelm sagt:

        Von wegen Herion und so. Es gibt Musik, die kann ich nicht mal im Vollrausch ertragen. Glam gehört ganz sicher dazu.