Kissin' Dynamite - Not The End Of The Road

Review

Soundcheck Januar 2022# 8 Galerie mit 21 Bildern: Kissin' Dynamite - Area 53 Festival 2021

Mit den vorab veröffentlichten Singles kündigte sich eine Veränderung im Hause KISSIN‘ DYNAMITE an. „Not The End Of The Road“ bestätigt den Eindruck in voller Länge. Die ehemaligen Jungspunde aus dem Schwabenland werden auf ihrem siebten Studioalbum endgültig erwachsen.

KISSIN‘ DYNAMITE gehen den nächsten Schritt

Doch was bedeutet das für den Sound der Band? Böse Zungen behaupten vielleicht, die Combo klinge schlichtweg poppiger, radiotauglicher, ja fast so, als schiele sie auf den Mainstreamerfolg. Ihr Auftritt im ZDF-Fernsehgarten vergangenes Jahr verstärkt den Eindruck möglicherweise. Doch damit greift man entschieden zu kurz.

Dabei soll an dieser Stelle nicht geleugnet werden, dass KISSIN‘ DYNAMITE polierter als je zuvor klingen. Und der seichte Charity-Song „Good Life“ stößt mit seinem Frage-Antwort-Refrain in keinem Radioprogramm sauer auf. Das alles gehört zu „Not The End Of The Road“. Doch ebenso gehören zu dem Album überraschend düstere Lyrics.

Immer positiv bleiben

„What Goes Up“ erzählt von dem stetigen Auf und Ab im Leben (einer Rockband). KISSIN‘ DYNAMITE feiern Rockstarklischees ab und hinterfragen sie auf eine fast schon zynische Weise im gleichen Atemzug. „No One Dies A Virgin“ wiederum handelt davon, wie das Leben jeder Person regelmäßig Steine in den Weg legt, die es zu überwinden gilt. In „Defeat It“ wiederum ruft Sänger Hannes Braun dazu auf, sich von allem zu trennen, was einem im Leben nicht guttut.

Textlich hat er einen spürbar langen Weg seit plakativen Statements der Marke „I Hate Hip-Hop“ aus den Anfangstagen von KISSIN‘ DYNAMITE zurückgelegt. Heute steht Braun für clevere Texte, die trotz ernster Themen nicht ohne Humor auskommen – und deren Message am Ende immer positiv ist.

Auf „Not The End Of The Road“ hat jeder Song seinen Platz

Auch auf musikalischer Ebene offenbart „Not The End Of The Road“ eine Reife, die so auf keiner vorherigen KISSIN‘ DYNAMITE-Platte vorhanden war. Ein Song wie „Only The Dead“ zeigt Melancholie, wie sie nur von Menschen kommen kann, die schon einiges erlebt haben. Ebenso sind die Arrangements im Song ungewohnt subtil. Statt abseits der Balladen ausschließlich auf die Gitarrenbreitseite zu setzen, geben KISSIN‘ DYNAMITE den Songs immer häufiger Raum zum Atmen.

Gleichsam folgen die zwölf Songs trotz jeder Menge Abwechslung einem klar erkennbaren roten Faden. War es auf vorherigen Alben der Band oft so, dass einzelne Songs besonders hervorstachen und andere dafür untergingen, hat auf „Not The End Of The Road“ jeder Track seinen Platz.

Das liegt vor allem an der schlüssigen Dramaturgie, der das Album folgt. Der Titelsong eröffnet mit schmissigem Up-Tempo. „Coming Home“ ist als erste Ballade in der Mitte platziert. Die wehmütigen Gefühle, die der Song heraufbeschwört, werden von den Rockkrachern „Yoko Ono“ und „All For A Halleluja“ umrahmt. Mit „Scars“ gibt es einen ebenso gefühlvollen Ausklang, während „Voodoo Spell“ KISSIN‘ DYNAMITE kurz vor dem Finale nochmal von ihrer vorpeitschenden Seite zeigt.

Für KISSIN‘ DYNAMITE geht es vorne

Dass die Band im vergangenen Jahr ihren bislang größten Umbruch verkraften musste, hat sie augenscheinlich nur angespornt. Der Ausstieg von Schlagzeuger Andi Schnitzer ist allenfalls in der „Jetzt erst recht“-Attitüde spürbar, die in einigen Texten durchscheint, allen voran dem Titelsong von „Not The End Of The Road“. Neuzugang Sebastian Berg zeigt sich auf seinem Albumeinstand als waschechte Maschine und legt einen satten Groove vor.

„Not The End Of The Road“ ist nichts weniger als ein ebenso zeitgemäßes wie zeitloses Hard-Rock-Album voller Hymnen. KISSIN‘ DYNAMITE ziehen alle Register ihres Könnens und erschaffen eine durchweg überzeugende Platte. Der Siegeszug der Jungs bleibt ungebrochen. Der nächste Schritt nach oben dürfte der Band hiermit problemlos gelingen.

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14.01.2022

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