Kreuzweg Ost - Iron Avantgarde

Review

Zwei große Köpfe der österreichischen Musikszene haben sich unter dem Namen „Kreuzweg Ost“ zusammengetan und ihren Ideen Ausdruck verliehen. Die Rede ist von Martin Schirenc, der einst bei den Kult-Sickos Pungent Stench unter anderem für die Texte und die Vocals zuständig war und mit Hollenthon seit kurzem wieder musikalisch aktiv ist, sowie Silenius, dessen Name wohl durch Summoning ein Begriff sein sollte. Thematisch setzt sich das Album „Iron Avantgarde“ mit dem Zweiten Weltkriegs und der damit verbundenen Geschichte Deutschlands auseinander. Dazu hat man zahlreiche Samples zusammengesucht, die eine gesangliche Leistung ersetzen und sich stellenweise mehr oder weniger gut in das rhythmische bis sphärische Gefüge der begleitenden Geräuschkulisse einfügen. Gerade an der Dominanz der Samples werden sich wohl die Geister scheiden, denn auf der einen Seite ist es ganz interessant, was dort zusammengetragen wurde, aber auf der anderen Seite fühlt man sich stellenweise an ein Hörspiel mit starkem Realitätsbezug erinnert. Das Aufeinanderprallen von verschiedensten Zitaten und deren Einbettung in einen musikalischen Kontext sorgt nicht selten für leichte Konfusion bis hin zur Verwirrung, der es wohl aber zur Verdeutlichung der Kriegswirren, der Beleuchtung des Alltags der Bevölkerung im Kriegsgeschehen und den Schrecken des Krieges, im Zuge dieser Umsetzung, bedurfte. Eingängig, rhythmisch oder industriell sind keine Vokabeln die man im Zusammenhang mit diesem Album leichtfertig gebrauchen sollte, da sie die, auch durch die beiden Protagonisten aufkommende, Erwartungshaltung verstärken könnten und die Enttäuschung in manchen Fällen um so größer wäre. Ich selbst bin unschlüssig, wie ein solches Album zu bewerten ist, aber hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Konfusion fine ich mich unschlüssig im mittleren Bereich der Punkteskala wieder. Probehören ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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25.08.2000

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2 Kommentare zu Kreuzweg Ost - Iron Avantgarde

  1. bishop sagt:

    wä, was is das denn für n mist ? zu welchem anlass soll man das denn hören ? adolf zusammen mit geräuschen. naja 2 punkte noch weil die alten samples krass sind

    2/10
  2. Anonymous sagt:

    Zuallerst ist vorauszuschicken, dass sich auf diesem Klangträger nur verschwindend wenig Musik wiederfindet.
    Das soll nicht bedeuten, dass es keine Strukturen, Rhytmen und großflächigen Konzepte gibt, unterhaltende Töne und gefällige Weisen sind aber nicht zu suchen.
    Grob gesagt kann man sich das ganze als ein
    schon manchmal kraikaturenhaft-überzeichnet anmutendes Weltkriegszheater vorstellen.
    Propaganda-Aktionskunst mit Volkslied- und Industrialuntermalung wäre vielleicht noch eine brauchbare Umschreibung, wenn sie nicht soviel Vorstellungsraum ließe.
    Das gemeine Stück setzt sich jedenfalls aus Gefechtslärm, einer Unzahl an teils recht langen Sprachfetzen zumeist militaristischer oder nationalsozialistischer Natur zusammen, immer wieder unterbrochen von Musikeinsprengseln, Struktur- und Konzeptumbrüchen.
    Ein Stück wie "Dresden" hat dabei fast schon epischen Charakter, bildet es doch fast eine Chronologie der Ereignisse und hat in seinen zehn Minuten fast den Gehalt einer vollen Stunde Histo-Minister Knopp.
    Alles in allem lässt sich das ganze wohl als eine Art Hörtheater genießen, keinesfalls als Hintergrundmusik oder zur leichten Unterhaltung.
    Wer Propaganda, Krieg, das außergewöhnliche oder auch das fordernde mag, wird jedoch reichlich Beschäftigung finden.
    Eine an der Norm-messbare Punktvergabe erübrigt sich.

    8/10