Leng Tch'e - Marasmus

Review

Belgiens Vorzeige-Grinder LENG TCH’E melden mit ihrem zweiten Album Besitzansprüche auf den mitteleuropäischen Grind-Thron an. Fernab von Harmonizer-geschwängertem Highspeed-Gebolze und weit entfernt von PornHorror-Samples wüten die Belgier durchs Unterholz und setzen in punkto Heavieness im Vergleich zum formidablen Vorgänger noch einen drauf.

Und dieses Kunststück gelingt ihnen nicht nach der Maxime „Schneller, weiter, schneller“, sondern durch intelligente Variationen im kompositorischen Bereich.
„Marasmus“ beginnt mit „Lucid Denial“ erwartungsgemäß: Blasts in Hülle und Fülle, tiefer gelegte Growls, schreddernde Gitarren, verpackt in einen Sound, der einem kaum Luft zum Atmen lässt. Nach einer guten Minute ist das Gemetzel beendet und ein fettes Breitwand-Riff bricht über den geneigten Hörer herein. Nicht nur des Titels wegen („1-800-Apathy“) erinnert der Song etwas an neuere ILLDISPOSED. Nach melodisch verspielten Leads im Hintergrund nimmt der Song dann zunehmend Fahrt auf, um sich dann wieder im Anfangsriff zu entladen. Immer wieder verbinden sich im Laufe des Albums fette Death Metal-Riffs mit rasenden Grind-Attacken, was „Marasmus“ zu einer absolut tödlichen Waffe macht.
Generell fällt auf, dass der Metal-Anteil auf „Marasmus“ sehr hoch ist, was ich persönlich sehr begrüße, vor allem wenn es SO in durchdachtes Songwriting integriert wird!

„Marasmus“ ist das, was ich persönlich unter modernem Grindcore verstehe: textlich und musikalisch sind die Roots im frühen Grindcore unverkennbar. Die ganze kranke Palette des Röchelns und Grunzens (von den verzerrten Growls bis hin zu den gurgelig-rüpeligen ist hier alles vertreten). Dazu treibende Death Metal-Gitarren, tighte Musiker, intelligentes Songwriting und das alles verpackt in eine transparente und druckvolle Produktion.
Selbstdiagnose der Belgier: Razorgrind
(Meines Erachtens nach bereits im fortgeschrittenem Stadium). Besserung in Sicht?
Na, ich hoffe doch und warte gespannt den nächsten Output ab. Und in der Zwischenzeit höre ich „Marasmus“ und empfehle dies hiermit wärmstens an alle Extrem-Metaller, die ein Herz für modernen und variablen Grind haben.

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21.03.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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