Liktjern - I Ruiner

Review

Soundcheck Oktober 2021# 18

LIKTJERN aus Norwegen ist eine der Bands, welche es schon seit Ewigkeiten gibt, in diesem Fall seit 1995, und die niemand kennt, weil es bisher kaum Veröffentlichungen gibt. Bisher erblickte nur die „Kulde, Pest & Død“ EP im Jahr 2009 das Licht der Welt und sonst nichts. Hauptgrund für diese Release-Armut dürfte mit Sicherheit die Fülle an Schicksalsschlägen und eine hohe Fluktuation an Bandmitgliedern sein. Nun aber erscheint mit „I Ruiner“, 26 Jahre nach Bandgründung, das Debütalbum.

LIKTJERN schreiben ihr dystopisches Manifest

Die skandinavische Herkunft hört man „I Ruiner“ sofort an, denn Songwriting, die Dynamik der einzelnen Stücke, die Art wie die wenigen Synthies und Samples zum Einsatz kommen, alles klingt nach dem Schwarzmetall welcher seit Mitte der 90er Jahre von Bands wie ARCKANUM, TAAKE oder ARMAGEDDA geschmiedet wurde. Der Sound ist angenehm rau und aufgewühlt und könnte, von der Produktion her, auch gut und gerne vor 20 Jahren entstanden sein. Nichts an „I Ruiner“ will modern klingen, was hier absolut als Kompliment gemeint ist.

Bandfoto - Liktjern

Bandfoto – Liktjern

„I Ruiner“ – von Schädelbergen und Ruinen

Direkt beim Opener „Da Døden Tok Meg Med“ stellt sich die rau-melancholische Kante der gesamten Platte gut heraus: griffig-melodische Riffs, hintergründige Synthie Flächen, dazu passende, krächzende Vocals. Bei „Pesta“ geht es dann ähnlich zu, nur wird es in der Mitte des Stücks etwas rockiger. Ein kleines Highlight der Platte taucht dann mit dem Titelstück „I Ruiner“ auf, bei welchem die krächzenden Vocals durch clean gesungene Passagen ergänzt werden, was dem Stück durchaus guttut. „Bloodperversion“ knüppelt dagegen dann etwas uninspiriert vor sich hin, und ist wohl eher als Filler zu betrachten. Bei „Namess“ und „Slagmark“ geht das Tempo dann wieder etwas herunter und man merkt deutlich, dass LIKTJERN ihre Stärken am besten im Midtempo-Bereich zeigen können, denn hier kommt ihre dystopische, dreckige Atmosphäre am besten zum Vorschein. Bei „Flame Of The Fallen“ wird es dann wieder etwas rockiger und beim Rausschmeißer „Profetens Sorte Drøm“, dem längsten Song der Platte, wird dann nochmals ordentlich die Atmosphäre-Schraube nach oben gedreht und nochmal alles auf den Tisch gepackt: ein interessantes, dynamisches Songwriting und die teils beschwörenden, gesprochenen Vocals machen den Song zum zweiten Highlight der Platte.

Etwas aus der Zeit gefallen?

Um es gleich zu Beginn des Fazits zu sagen, hier wird absolut nichts neu erfunden und sicher auch kein neuer Hype gestartet. Was man hier hören kann, ist durchgehend solider, gut geschriebener, rauer, skandinavischer Black Metal, der 2021 etwas aus der Zeit gefallen wirkt und genauso auch wirken soll. Reizvoll dürfte das Album vor allem für jene sein, die den Sound oben genannter Bands lieben und ihrer Sammlung eine weitere Nuance hinzufügen wollen. Gut gemacht ist es allemal.

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14.10.2021

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