Liquid Trio Experiment - Spontaneous Combustion

Review

Wer bei den ganzen Nebenveröffentlichungen diverser DREAM THEATER Musiker mit Freunden und Bekannten noch nicht den Überblick verloren hat, hat sicher auch schon mal den einen oder anderen Song des LIQUID TENSION EXPERIMENTS gehört. Und an diejenigen, die sogar eine der improvisationsverliebten Instrumentalplatten im Schrank haben, richtet sich nun dieser Nachschlag von Magna Carta. Kurioserweise handelt es sich dabei nämlich um mittlerweile bereits neun Jahre altes Material, das dementsprechend 1998 aufgenommen wurde und eigentlich das zweite Album der Band werden sollte. Wurde es aber nicht, denn Gitarrist John Petrucci musste aufgrund der Schwangerschaft seiner Frau das Studio früh verlassen und gab es allein in die Hände von Tony Levin, Mike Portnoy und Jordan Rudess.

Und wenn ich „Spontaneous Combustion“ die traumtheaterunwürdige Wertung „3“ gebe, dann nicht weil ich an den Fähigkeiten der Musiker zweifle – die nämlich hier wieder ganz deutlich aber unspektakulär gezeigt werden -, sondern weil man die Platte eigentlich nicht braucht. Für ein zehnminütiges Songexperiment wäre das Konzept zwar noch ganz praktisch, aber ein 70 Minuten langer zusammenhängender Song allein mit Schlagzeug, Bass und Keyboard ist einfach nichts was man sich gerne anhören wollte (von den Ausnahmen mit den Regeln mal abgesehen). Hat man bei dem siebenminütigen Opener „Chris & Kevin’s Bogus Journey“ noch das Gefühl, es würde es sich hier um ein Intro handeln, muss man leider rasch feststellen, dass alle Songs in diesem Stil sind. Mal gibt es minutenlange Duelle zwischen Bass und Drums vor einem minimalistischem Keyboardteppich, mal darf der Bass die Leadspur geben, und mal will auch das Schlagzeug zeigen, wie gut es Melodien spielen kann. Problematischerweise sind aber alle diese Dinge mehr oder weniger uninteressant. Auch wer hofft, Jordan Rudess mit wilden Soli über dem harmonischen Fundament der anderen Musiker zu hören, wird mehr oder weniger enttäuscht. Stattdessen gibt es protzige Selbstdarstellungen von Instrumenten, die eigentlich gar nicht dafür gedacht sind.

Daher merkt man im Endeffekt schon, warum das LIQUID TRIO EXPERIMENT acht Jahre in der Versenkung geblieben ist. Wer sich mitunter mal ein Schlagzeugvideo von Mike Portnoy oder ein Bassäquivalent von Tony Levin kauft, kann hiermit vielleicht ein wenig glücklich werden, aber für Nichtmusiker und auch den größten Teil der Musiker ist das hier eine ziemlich langweilige Sache.

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15.12.2007

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